C - CLOPPENBURG/EB - Die Standsicherheit von Gebäuden und der vorbeugende Brandschutz waren die Schwerpunkte der Entwurfsverfassertagung im Kreishaus in Cloppenburg. Auf Einladung des Kreisbauamtes informierten sich 150 Architekten, Bauingenieure, Bautechniker und Handwerksmeister über aktuelle Statikvorschriften und Brandschutzbestimmungen.

Die Auswirkungen einer mangelhaften Statik machte Diplom-Ingenieur Martin Stammermann, Statiker in der Kreisverwaltung, an Beispielen deutlich. Er wies daraufhin, dass es im Kreis Cloppenburg in den vergangenen Jahren fünf Einstürze von Flachdächern gegeben habe. In allen Fällen sei es bei heftigem Regen zu einer Wassersackbildung auf dem Flachdach gekommen. Aufgrund der großen Wassermassen habe die Konstruktion nachgegeben. Stammermann machte deutlich, dass neben Mängeln in der Konstruktion und Bauausführung vor allem eine unzureichende Instandhaltung gravierende Schäden verursachen könne. Abschlie-ßend informierte er über neue DIN-Vorschriften, die bei der Berechnung von Wind und Schneelasten zu berücksichtigen seien.

Die Rechtsvorschriften zum Brandschutz erläuterte Diplom-Ingenieur Ulf Günter vom niedersächsischen Innenministerium. Er informierte über Anforderungen an Flucht- und Rettungswege sowie über die notwendige Feuerwiderstandsdauer für wichtige Bauteile. Günter wies auf besondere Regelungen für Schulen, Versammlungsstät-ten, Verkaufsstätten, Krankenhäuser und Hochhäuser hin.

Zu Beginn der Tagung hatte der Leiter des Kreisbauamtes, Hartmut Günster, die Entwicklung der Bauanträge dargestellt. 2006 wurden beim Landkreis 336 Bauanträge für Wohnraum, 545 gewerbliche Bauanträge und 674 Bauanträge aus der Landwirtschaft eingereicht. Laut Günster sind die Bauanträge für Wohnraum gegenüber den Vorjahren deutlich zurückgegangen, während die Zahl der gewerblichen Bauvorhaben gestiegen ist. Die Zahl der landwirtschaftlichen Bauanträge ist ebenfalls rückläufig. Bei Stallbauten sei jedoch ein Trend zu größeren Einheiten festzustellen. Zufrieden zeigte sich Günster mit dem Ergebnis einer Kundenbefragung. Die Arbeit des Kreisbauamtes werde sowohl von den Bauherren als auch von den Entwurfsverfassern mit „gut“ bewertet. Gegenüber der Kundenbefragung 2003 habe sich das Bauamt verbessert.