Oldenburg - Mit einer Podiumsdiskussion mischt sich der Oldenburgische Architekten- und Ingenieurverein (AIV) in die Debatte über Abriss und Neubau der Cäcilienbrücke ein. „Ein sehr sensibles, emotional belegtes Thema“, weiß AIV-Vorstandsmitglied Christoph Bagge.
Professor Dr. Lutz Beckmann, Jade-Hochschule, AIV-Vorsitzender Bernd Müller (auch Leiter des städtischen Amtes für Straßen und Verkehr), der stellv. AIV-Vorsitzende Hans Georg Bröggelhoff, Wiebke Dreeßen, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Torsten Stengel, Amtsleiter Wasser- und Schifffahrtamt Bremen, sowie Gerd Hochmann als Vertreter der Kaufmannschaft Osternburg wollen sich mit den städtebaulichen Aspekten und Chancen, die sich durch Abriss und Neubau der Brücke bieten, beschäftigen. Beginn ist am Mittwoch, 15. Januar, um 18 Uhr im Oldenburger Schloss.
„Wir wollen das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit rücken“, begründet Bagge die Motivation des AIV, mit einer Podiumsdiskussion auch die historische Entwicklung im Bereich Cäcilienbrücke und die technischen Anforderungen des bestehenden Bauwerks zu beleuchten. Kritik übt Bagge an der nichtöffentlichen ersten und zweiten Phase des vom WSA europaweit ausgeschriebenen Wettbewerbs zum Wiederaufbau. Zehn Arbeitsgemeinschaften würden intern ausgewählt, von denen in der zweiten Phase fünf beauftragt werden, weiter zu planen. Betreut und moderiert wird das Wettbewerbsverfahren vom Hamburger Fachbüro D&K consult.
Eine Jury entscheidet dann über den ersten, zweiten und dritten Preis. Erst zu diesem Zeitpunkt werde die Öffentlichkeit bei der Vorstellung der Projekte der drei Preisträger mehr informiert als beteiligt. „Viel zu spät“, meint Bagge, „die Bürger müssen schon in der ersten Phase informiert und in die Planungen einbezogen werden.“ Auch deshalb lade der AIV zu der Podiumsdiskussion ein. Eine frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung führe zu einer höheren Akzeptanz des Bauprojekts.
Rückblick: Drei Ingenieurbüros hatten im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Mauerwerkstürme, Gründung und Antriebstechnik untersucht (die NWZ berichtete). Die Ergebnisse ließen laut WSA nur einen Abriss und Wiederaufbau zu. Kosten soll das Projekt knapp zehn Millionen Euro. Eine Sanierung der 1927 eröffneten Cäcilienbrücke komme nicht infrage. Zu groß seien die Schäden an der Gründung, dem Mauerwerk, der Antriebstechnik und der Stahlkonstruktion im Inneren der vier Brückentürme.
