Oldenburg - Oldenburg verliert ein Wahrzeichen: Die Cäcilienbrücke wird abgerissen. „Eine Sanierung ist aus wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Aspekten nicht möglich“, erklärte Rüdiger Oltmanns vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen vor dem Verkehrsausschuss am Montagabend.

Die Mauerwerkstürme, Gründung und Antriebstechnik weisen gravierende Mängel auf, hätten Untersuchungen von drei unabhängig vonein­ander arbeitenden Ingenieurbüros ergeben, hieß es bei der Vorstellung des Ergebnisses vor der Sitzung des Ausschusses. Die sich gegenüberstehenden Türme hätten sich in den vergangenen zehn Jahren drei Zentimeter einander zugeneigt.

„Insbesondere der Zustand der Antriebstechnik der Brücke und der Mauerwerkstürme sowie Unsicherheiten bei der Tragfähigkeit der Gründung erfordern einen kompletten Neubau der Brücke“, fasst die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen werde in diesem Jahr deshalb Ingenieurbüros mit den weiteren Planungen beauftragen. Nach Abschluss eines Planfeststellungsverfahrens sei voraussichtlich im Jahr 2017 mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen.

Ausgeschlossen sei die Aufschüttung einer Rampe nach Vorbild der Amalienbrücke, für die es an dieser Stelle der Küstenkanalquerung keinen Platz gebe, versprach Amtsleiter Torsten Stengel. Der Neubau erfolge in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung und der Bevölkerung, die sehr an ihrer „Cäci“ hänge, wie die Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in den vergangenen Jahren zu spüren bekommen haben. Denkbar sei beispielsweise, einen hydraulikbetriebenen Hubbrückenneubau zu schaffen, der sich architektonisch eng an das Vorgängermodell anlehnen könne. Als Beispiel diene die Hasehubbrücke in Meppen.

In Gesprächen mit den Denkmalschutzbehörden habe das Wasser- und Schifffahrtsamt verdeutlicht, dass es keine Alternative zu einem Neubau gebe. Zudem stehe das Wasserstraßengesetz über dem Denkmalschutz.

Ein Neubau wird Schätzungen von Stengel zufolge knapp unter zehn Millionen Euro kosten. Täglich passieren rund 30 Schiffe die Engstelle des Küstenkanals. Im Sommer kommen an den Wochenenden zahlreiche Privatboote hinzu.


Die Brücke war im Zuge des Baus des Küstenkanals im Jahr 1927 eröffnet und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg