Wildeshausen - Vor Baustellen drückt er sich nicht: Frank Stöver (49), Eigentümer des Wildeshauser Bahnhofs und des Hotels „Zur Rampe“. Beide Gebäude hat er aufwendig renoviert und ausgebaut. Doch nun scheinen die Projekte ins Stocken zu geraten. Am Bahnhof warte er noch immer auf die Baugenehmigung für die Lagerhalle. Das Restaurant der „Rampe“ ist geschlossen. Dort gibt es ein neues Projekt: eine Begegnungsstätte für Arbeitslose und Migranten unter dem Titel „Coffee to stay“.

Trägerin der sogenannten AGH-Maßnahme („Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose“) ist die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB). Auch das Jobcenter des Landkreises Oldenburg und die Untere Naturschutzbehörde sind mit im Boot. Nach Angaben von LEB-Regionalleiterin Gaby Vogel-Wellmann werden seit Anfang des Monats zwölf Langzeitarbeitlose in zwei Bereichen geschult: Im Erdgeschoss der „Rampe“ entsteht das Café; zudem gibt es landschaftspflegerische Tätigkeiten auf Naturschutzflächen.

Die Teilnehmer des Projekts seien zwischen 30 und 62 Jahre alt. Einige seien länger als zehn Jahre arbeitslos, so Vogel-Wellmann. Für andere sei es die erste Tätigkeit. Unter Anleitung von Dorothea Horn werden sechs Personen in die Bereiche Hauswirtschaft und Service eingearbeitet. Eine zweite Gruppe um Landschaftsgärtner Peter Thies kümmere sich um die Pflege von Moor- oder Heideflächen. Die Pädagogische Leitung hat Katrin von Lany inne. Das Projekt ist auf ein Jahr befristet, wie Sabine Behrens, Leiterin der Arbeitsintegration beim Jobcenter des Landkreises sagte. Weitere Werkstattprojekte der LEB gibt es in Sandkrug mit 30 Plätzen und in Ganderkesee mit 35 Plätzen für Langzeitarbeitlose.

Die Küche in der „Rampe“ werde gerade umgebaut, so Vogel-Wellmann. Die offizielle Eröffnung sei in vier Wochen geplant. Dann soll das „Coffee to stay“, für das es ein Vorbild in Oldenburg gebe, mindestens zweimal pro Woche für Bedürftige öffnen. Und wenn Stöver die Halle am Bahnhof gebaut habe, sei gar eine Erweiterung des Projekts auf 24 Teilnehmer denkbar.

Die 2015 abgebrannte Lagerhalle soll auf einer Fläche von 1350 Quadratmetern wieder aufgebaut werden, betont der Investor. Die Diskussion um die Parkplätze und der neue Ratsbeschluss im Dezember hätten zu einer zeitlichen Verzögerung geführt. Außerdem musste er die Statik für die neue Halle nachreichen, bestätigte Stöver. In Kürze lägen alle Unterlagen vor. Er hoffe auf einen Baubeginn noch in diesem Sommer.


Entgegen anderslautenden Gerüchten bleibe die „Rampe“ ein Hotel mit zwölf Doppel- und drei Einzelzimmern, so Stöver. Weil es dort aber keine Rezeption mehr gebe, werden die Zimmerschlüssel im Kiosk und Café „Stövchen“ am Bahnhof ausgehändigt, das täglich von 6 bis 10 Uhr und von 16 bis 19 Uhr geöffnet ist, oder über einen „Schlüsselsafe“ am Hotel.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent