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Bilanz Big Dutchman verdoppelt Umsatz in fünf Jahren

CALVESLAGE - Die Unternehmensgruppe Big Dutchmann aus Calveslage bei Vechta wächst weiterhin in großen Schritten. Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2009/2010 wuchs der Umsatz auf rund 600 Millionen Euro – nach 476 Millionen Euro zuvor, wie der Vorstandsvorsitzende der Big Dutchman AG, Bernd Meerpohl, in einem Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte. Das bedeute zugleich eine Verdoppelung binnen fünf Jahren. Auch die Ertragslage habe sich sehr gut entwickelt. Big Dutchman liefert Anlagen zur Haltung von Hühnern und Schweinen und „alles, was dazu gehört“.

Das einst aus der Ein-Mann-Handelsvertretung des Gründers Joseph Meerpohl entstandene Unternehmen, heute ein Kern der Agrarausrüstungsbranche in Nordwest-Niedersachsen, blieb ein kräftiger Job-Motor: Die Beschäftigtenzahl weltweit stieg von 1490 auf rund 1700. Ein Schwerpunkt war die Zentrale in Calveslage, wo die Fäden des global tätigen Unternehmens zusammenlaufen. Dort wurden rund 140 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Nun sind in dem beeindruckenden Firmenkomplex 700 Beschäftigte tätig sind.

Der positive Trend werde sich im neuen Geschäftsjahr fortsetzen, erwartet Meerpohl. „Hier ist ja alles schon wieder voll“, sagte er im Besprechungszimmer mit Blick auf das neue Logistikzentrum: Es wird wieder erweitert.

Abschied vom alten Käfig

Big Dutchman profitierte 2009/2010 in starkem Maße vom deutschen Abschied 2010 aus der traditionellen Käfighaltung von Hühnern: Einer in Deutschland besonders früh umgesetzten EU-Vorgabe entsprechend rüstete die gesamte Branche ihre Anlagen um – ein „Riesenboom“, wie Meerpohl sagt. Vorher herrschte allerdings jahrelang Investitionsstau mit entsprechender Auftragsflaute: Die Hühnerbranche waren wegen der erwarteten neuen Auflagen verunsichert. Damals half der Export, die Schwäche zu bestehen. In der Finanzkrise wiederum glich der Deutschland-Boom schwächelnde Auslandsmärkte mehr als aus. Der Boom in Europa sei noch nicht zu Ende – auch weil die EU-Vorgaben in den einzelnen Staaten mit unterschiedlichem Zeithorizont umgesetzt würden, sagt der Big-Duchman-Chef.

Zusätzlich wachsen einige Märkte „extremst“. Die Staaten „im Osten“ etwa. Dort habe man sich früh und geduldig engagiert, Geld in die Hand genommen. Das zahle sich heute aus, freut sich Meerpohl. Gleiches gelte endlich auch für Asien. Dort hat man in Malaysia ein wichtiges Logistikzentrum aufgebaut. Weitere wichtige Zentren sind u.a. in den USA und Brasilien. Auf der Weltkarte gibt es für Big Dutchman praktisch keine weißen Flecken mehr. Sogar im Kongo und auf Tahiti seien die Produkte im Einsatz, erzählt der Chef.?


Das „Know-how“ wird aber weiter im Oldenburger Münsterland entwickelt, betont Meerpohl. Hier hat das Familienunternehmen (im Besitz von Bernd Meerpohl und seinen drei Geschwistern) fast jedes Jahr größere Beträge investiert, aktuell laufen im Unternehmen Projekte für über 20 Millionen Euro. Produziert werden die Anlagen von Partnern, meist in der Region. Sie werden dann von der Zentrale aus verschickt. Mehr als 120 Lkw verlassen täglich das Logistikzentrum in Calveslage, unweit der A1.

Neue Märkte

Meerpohl sieht das Unternehmen heute „sehr, sehr gut aufgestellt“. Es habe zum Beispiel neue Standbeine (wie die eigene Entwicklung integrierter Betriebssoftware zur Stallsteuerung) aufgebaut und stehe vor dem Eintritt in einen neuen Markt: Anlagen zur Fischzucht.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)
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