Dötlingen - Seit Mitte der siebziger Jahre gibt es zwischen Dötlingen und Aschenstedt den Campingplatz der Familie Aschenbeck. Wer auf den gültigen Bebauungsplan schaut, sieht als Nutzung einen „Zeltplatz“, zudem einen Bereich mit festen Unterkünften „Sondergebiet Wochenendplatz“. Er wurde 1992 eingetragen. Doch mit der Realität hat das in vielen Fällen wenig zu tun. Vielmehr leben Menschen dauerhaft auf dem Gelände. Jetzt will die Gemeinde den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan „Aschenbeck“ den Fakten vor Ort anpassen und schiebt daher die Änderung der Bauleitplanung an. Das hat der Bau-, Straßen- und Verkehrsausschuss am Donnerstagabend empfohlen.
„Die Bebauung hat sich verselbstständigt“, so Willi Niehoff (CDU), „da stehen regelrechte Ferienhäuser“. Die turnusgemäße Überprüfung durch den Landkreis wurde ausgelöst durch die Diskussionen über die Wohnnutzung auf dem Platz in Aumühle. In Dötlingen habe das Kreis-Bauordnungsamt die Zuständen für gut befunden, so Bauamtsleiter Uwe Kläner. Allerdings: Der derzeitigen Rechtslage entsprechen sie nicht.
Um Rückbauverfügungen zu vermeiden, will die Gemeinde jetzt ein „Sondergebiet Wochenendhausgebiet“ ausweisen. Die Gebäudegröße soll 55 Quadratmeter nicht überstreiten, ein Nebengebäude pro Parzelle zulässig sein. Dabei geht es um viele Parzellen: 167 hat der Kreis aufgenommen.
Die Gemeinde hat auch mit dem Betreiber des Campingplatzes gesprochen. Familie Aschenbeck sei sich der notwendigen Veränderungen bewusst und dass sie die „nicht unerheblichen Kosten“ für das Verfahren zu tragen habe, so Kläner. Bürgermeister Ralf Spille betonte, dass die Gemeinde handeln müsse, da die jetzige Situation nicht haltbar sei. „Ob alles hundertprozentig so bleibt, kann ich nicht sagen“, so der Bürgermeister. Aber das Ziel sei es, die vorhandenen Bauten zu „legalisieren“.
Einstimmig empfahl der Bauausschuss den Start des Verfahrens. FDP-Ratsherr Dierk Garms nahm nicht an der Abstimmung teil.
