CAPPELN - Mit 19 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen hat die Gemeinde Cappeln die neuen Energiekonzessionen an die EWE vergeben. Nach einer leidenschaftlichen Debatte zog der Rat der Gemeinde am Donnerstag im Rathaus damit einen Schlussstrich unter die zahlreichen Diskussionen um die Vergabe.

Bereits in ihrer letzten Sitzung hatten die Kommunalpolitiker den Bewertungsvorschlag der Stadt Cloppenburg zu den drei im Rennen befindlichen Unternehmen, der EWE, der Energienetze Nordwest (ENW) und der Alliander, Berlin, kritisiert. Hier störten die nicht belegbaren hohen Werte für Versorgungssicherheit, Verbraucherfreundlichkeit und kommunalen Einfluss.

Die zur Abstimmung vorgestellte Matrix der Cappelner Verwaltung sieht für die Versorgungssicherheit der ENW nur noch sechs Punkte (vorher zehn) vor. Die ENW sei nicht in der Lage, in der gesetzten Frist einen Partner oder die Vergabe der Betriebsführung vorzuweisen. Für die Verbraucherfreundlichkeit wurden der EWE und der ENW jeweils neun Punkte gegeben. Am Sinken der Netzentgelte bei der Vergabe an die ENW werde gezweifelt. Gründe: Kaufpreisrisikos, Netztrennungskosten, hohe Investitionen für die Anbindung erneuerbarer Energien und hohe Effizienzwerte der EWE. Bei der Herabstufung von zehn auf sieben Punkte für die ENW beim kommunalen Einfluss bezieht sich die Verwaltung auf die Anteile der Gemeinde Cappeln, die durch die Mehrheitsbeteilung in der ENW gegeben sind.

Nach den sich wiederholenden Pro- und Kontraargumenten, gab Ratsvorsitzender Georg Meyer-Nutteln den Vorsitz an Christoph Eilers ab. So sprach sich Meyer für ein vorläufiges Votum für ENW aus, um die EWE zum Nennen der Zahlen zu zwingen. Die beantragte geheime Abstimmung wurde mit sechs zu 15 Stimmen abgelehnt und die Neubewertung mit 15 zu sechs Stimmen befürwortet. Bei der Vergabe an die EWE lenkten die Mehrzahl der Zweifler ein und stimmten bis auf zwei Enthaltungen mit Ja.