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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Windkraft: Carbon-Schmiede in Lemwerder

16.06.2010

LEMWERDER Die Windkraft-Industrie boomt – und Lemwerder (Kreis Wesermarsch) wird Technologieschmiede für zukunftsträchtige Carbon-Werkstoffe in der Rotorblattfertigung. „Wir werden hier ein Technikzentrum aufbauen“, betonte der Geschäftsführer der SGL Technologies GmbH (Wiesbaden), Dr. Jan Verdenhalven, am Dienstag vor Ort. Die SGL Group nutzt in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Branchenpionier Abe-king & Rassmussen, der SGL Rotec (beide Lemwerder), die riesigen Hallen der bisherigen Flugzeugwerft ASL, direkt an der Weser, für die Fertigung von Rotorblättern.

Dabei stehen Technologiesprünge bevor. „Wir gehen beträchtlich in Vorleistung“, sagte Verdenhalven. Denn vieles müsse im heraufziehenden Carbon-Zeitalter und bei neuen Generationen von Rotorblättern erst noch entwickelt werden. Speziell für die boomende Offshore-Windbranche soll das nun in Lemwerder geschehen. Man habe bereits „einige führende Leute“ gewonnen. Zunächst starte ein kleines Team von etwa einem dutzend Entwicklern. Doch daraus könnten schnell mehr werden, hieß es. Themen könnten z.B. Belastbarkeit, Aerodynamik, Materialaufwand oder Logistik sein.

Forschungsergebnisse aus Lemwerder könnten zunehmend auch in anderen Branchen, darunter Auto- und Flugzeugindustrie, genutzt werden, ist Verdenhalven überzeugt. Viele Branchen würden es zurzeit nur noch nicht wissen.

Blätter bald 70 Meter lang

SGL-Rotec Geschäftsführer Lars Weigel erläuterte, worum es letztlich bei der Entwicklung in Lemwerder geht: einerseits um neues leichtes Material, dass der Carbon-Spezialist SGL einbringt, sowie um Rotorblätter in neuen Dimensionen. Zugleich soll die Fertigung der gigantischen, künftig wohl über 70 Meter langen Rotorblätter bei SGL Rotec im industriellen – statt wie bisher eher handwerklichen – Stil aufgezogen werden. Großserienfertigung in nur 24 Stunden pro Stück soll den erwarteten gigantischen Bedarf der Windpark-Errichter (wie Bard in Emden) decken. Diese Kunden erwarten für ihre Investitionsentscheidungen Liefersicherheit und effiziente Produkte, die auf See rentable Stromproduktion ermöglichen.

Ein erster Schritt in die Zukunft war am Dienstag zu beobachten: In der alten Halle 12, einst Montagestätte für diverse Flugzeugtypen, lief der automatisierte Anstrich von Rotorblättern mit seewetterfester Beschichtung an. Zuvor wurde das von Hand gemacht.

Die riesigen Hallen von Lemwerder seien (wie der benachbarte Ochtum-Hafen für die Verschiffung) ein Glücksfall, freuten sich Verdenhalven und Weigel: Hier haben die Rotorblätter genug Platz. Nach und nach werden die Hallen von ASL, das vom EADS-Konzern geschlossen wird, übernommen und modernisiert. In Halle 12 etwa wurden ein neuer Betonboden eingezogen und schwere Kräne installiert.

Die Produktionskapazitäten sollen schnell wachsen. Auch die Beschäftigung dürfte mitziehen. Aus zurzeit 300 Mitarbeitern könnten in drei bis vier Jahren mehr als 500 werden, so Weigel. Auch mehrere dutzend ASL-Mitarbeiter werden bei SGL Rotec weitermachen.

Das alles wäre in Lemwerder kaum denkbar, wenn nicht der hier angesiedelte Werftbesitzer Hermann Schaedla vor gut 20 Jahren mit Abeking & Rassmussen in die Rotorblattfertigung eingestiegen wäre. „Damals hat man mich ausgelacht“, sagt der 75-Jährige heute.

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Wissen schon vor Ort

Die Tochter A&R Rotec gründete dann mit SGL das Gemeinschaftsunternehmen SGL Rotec. Viel Wissen rund um die Rotorblätter war also schon vor Ort. Aber SGL, der deutsche Carbon-Spezialist schlechthin, brachte das entscheidende Material mit. Es ist wesentlich leichter als die bisher genutzte Glasfaser.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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