Carolinenhof/Harkebrügge - Wie sangen die Comedian Harmonists noch gleich: „Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn, ich hätt’ nicht viel zu tun, ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei“. Doch ganz so eintönig und monoton sieht so ein Hühnerleben nicht aus. Das weiß auch Lena Ideler aus Harkebrügge und möchte dieses Wissen gerne mit anderen Menschen teilen. Dafür kann man sich jetzt bei ihr ein Huhn mieten.
„Es geht mir um die Wertschätzung von Lebensmitteln und der Hühnerhaltung. Die Mieter sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie ein Huhn lebt“, sagt die 26-Jährige, die auf dem elterlichen Hof Ideler in Harkebrügge arbeitet. Privatpersonen aber auch Kindergärten und Schulklassen können sich jetzt bei ihr ein Huhn mieten. „Der Vertrag geht entweder über fünf oder zehn Monate“, sagt die gelernte Industriekauffrau. Inklusive sind natürlich alle sechs Eier, die das Huhn in der Woche legt. Der dafür extra angelegte mobile Hühnerstall mit Freilauffläche befindet sich an der Carolinenhofstraße direkt neben der alten Brennerei.
Wer sich für eine zehnmonatige Miete entscheidet, bekommt im Anschluss das fertig zerlegte Tier als Suppenhuhn zurück. „Es geht mir auch darum, dass die Mieter merken, dass Hühner Nutztiere sind und auch geschlachtet werden“, sagt die junge Landwirtin. Die insgesamt 50 Hühner für dieses Projekt werden in Freilandhaltung gehalten. „Die Mieter können dann jederzeit hier vorbeischauen und nach ihrem Huhn sehen. Der Hühnerstall ist immer geöffnet. Dafür haben wir extra eine kleine Bank vor den Bereich gebaut“, verrät Lena.
Ansonsten müssen sich die Kinder nicht um die Pflege der Hühner kümmern. „Natürlich können sich die Mieter bei uns melden, um die Hühner auch mal aus der Nähe zu sehen. Aber sonst kümmern wir uns um alles anderen“, sagt Lena. Dafür gibt es an der Carolinenhofstraße einen Kühlschrank mit einer Liste, in dem die Eier eines jeden Huhns aufbewahrt werden. „Das läuft dann natürlich auf Vertrauensbasis. Jeder sollte nur die Eier seines Huhns mitnehmen“, sagt die Vermieterin. Um den Menschen und gerade auch Kindern den Umgang mit der Landwirtschaft näher zu bringen, hat sich die 26-Jährige ein Jahr lang in Schleswig-Holstein zur Bauernhofpädagogin ausbilden lassen.
„Neben den Hühner sind wir schon dabei, ein Hochbeet anzulegen, in dem zum Beispiel Kindergartenkindern auch das Pflanzen von Kartoffeln lernen können“, sagt die Bauernhofpädagogin. Und auch Einblicke in den Bullen- und Schweinestall soll es geben. Ein tiefer Einblick in die Landwirtschaft eben.
