CAROLINENHOF - Sehnlichst erwarten die Landwirte den Regen. Auf ihren Äckern vertrocknen die Früchte, das Gras auf den Weiden verkümmert. Hans Baumann führt mit seiner Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Carolinenhof in der Gemeinde Barßel. Bewirtschaftet werden rund 100 Hektar Mais und Grünland. Die Ernte wird siliert und später an die eigenen Milchkühe und Bullen verfüttert.
Magerer Ertrag
Doch in diesem Jahr fällt der Ertrag recht mager aus. Hans Baumann: „Das extrem kühle Frühjahr hat den Vegetationsbeginn verzögert. Die Mineralisation von Dünger kam ebenfalls verspätet“. Das hat sich negativ auf den ersten Grünschnitt ausgewirkt, der nach Einschätzung des Landwirts in diesem Jahr mengenmäßig um gut 65 Prozent unter einer normalen Ernte lag.
Zwar fiel der zweite Schnitt ein wenig besser aus. Allerdings hat es seit Mitte Juni kaum noch Niederschlag gegeben. „Wegen der extremen Hitze der letzten Zeit kann sich eine Vegetation auf dem Grünland nicht mehr entwickeln“, stellt Baumann besorgt fest. Nur ein feuchter und zugleich warmer Herbst könne dem Grünland noch helfen. Hans Baumann: „Dann könnten wir mit der Menge noch zufrieden sein, nicht aber mit der Qualität.“ Weil dem Landwirt jetzt Futtervorräte für seine Kühe und Bullen fehlen, wird er teures Kraftfutter zukaufen müssen.
Auch der Mais auf den Ackerflächen von Bauer Baumann hat gelitten und benötigt dringend Wasser. Die Gewitterstürme der letzten Tage haben den Mais zusätzlich geschädigt. Fünf bis zehn Prozent der Maispflanzen seien durch den Sturm abgebrochen.
50 Prozent Einbußen
Hans Baumann: „Jetzt bilden sich die Kolben. Wenn wir jetzt genügend Regen bekämen, könnten wir noch mit einer normalen Maisernte rechnen. Spitzenwerte sind jedoch schon jetzt nicht mehr zu erzielen.“ Sollte der Regen in den nächsten Tagen weiterhin ausbleiben, rechnet der Landwirt aus Carolinenhof mit Ertragseinbußen beim Mais von bis zu 50 Prozent. Auch der Mais wird für die Viehfütterung in Silos bevorratet. Baumann: „Wir erwarten also auch hier eine Futterknappheit.“
Hoffnung: Mehr Milchgeld
Der Zukauf von Kraftfutter ist jedoch nicht die beste Lösung. Es werde im Preis steigen, ist sich der erfahrene Landwirt sicher. Mit Getreide werde auf dem Markt spekuliert. Hans Baumann: „Ich rechne in den nächsten zwei bis drei Monaten mit anziehenden Futtermittelkosten.“
Ein einziger kleiner Hoffnungsschimmer bleibt dem Bauern in diesem Jahr: Da die Auszahlungspreise für Milch angestiegen sind, könnten die Mehrausgaben für Kraftfutter zum Teil ausgeglichen werden. Baumann: „Im August des vergangenen Jahres lag der Auszahlungspreis für einen Liter Milch bei 21 Cent. Jetzt bekommen wir von der Molkerei Ammerland 30 Cent ausbezahlt.“
