Hannover - CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne) lässt gar keinen Zweifel. „Tierschutz kostet Geld. Ohne Mehrzahlung wird es nicht gehen“, skizziert der Unions-Politiker die Agarpolitik der Zukunft. „Wir müssen uns entscheiden: Was ist uns das Tierwohl wert“, assistiert der CDU-Agarexperte und Nebenerwerbslandwirt Helmut Dammann-Tamke. Beide stellten am Mittwoch das 23-seitige Ergebnis eines Runden Tischs vor, der einen „Roten Faden" für die künftige Landwirtschaftspolitik der Landtagsfraktion entwerfen sollte.

„Keine Denkverbote“, so Thümler, lautete der Auftrag. Mit in der Runde: Abgeordnete, Bauern, Verbraucher und Naturschützer. Herausgekommen sind Leitlinien für die CDU-Landtagsabgeordneten „für mehr Nachhaltigkeit“, betont der Tisch-Vorsitzende und Ex-Staatssekretär Hermann Kues. Im Klartext: Ein besseres Nähstoffmanagement gegen die Verseuchung der Böden, Tierschutz-Standards und Wasserschutz. „Düngerecht hat sich Wasserrecht unterzuordnen“, stellt Dammann-Tamke klar, auch wenn es nicht jeder Bauer in Niedersachsen hören mag.

Eine „Abkehr von der bisherigen Agarpolitik“ werde die Leitlinie nach Thümler nicht sein. Aber „mehr Sensibilität“ für Verbraucher und den Tierschutz hat sich die Union schon auf die Fahnen geschrieben. So will Thümler „schwarze Schafe“ in der Land- und Ernährungswirtschaft benennen, „weil alle anderen sonst im Verdacht stehen“. Einen „Bauern-Pranger" lehnt der Fraktionschef ab, aber man müsse „die Spreu vom Weizen trennen“. Dazu gehöre, die Tierschutzstandards auf Basis des 2011 von Ex-Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) erstellten Tierschutzplans zu überprüfen.

Ein Riesenlob kommt von den Grünen. Das CDU-Papier sei „für die in den agrarindustriellen Strukturen verhaftete CDU ein Fortschritt“.