Oldenburg/ - Marcel Müller stammt aus Erfurt. Aber der 22-Jährige zog extra in die Wesermarsch, um beim Umschlagbetrieb J. Müller in Brake eine Ausbildung zur „Fachkraft für Hafenlogistik“ zu absolvieren. Was ihm an dem Beruf gefällt: „Arbeiten an der frischen Luft, mit großen Maschinen und oft im Team“, zählt er auf. Hinzu komme der Kontakt mit vielen Nationalitäten und die Sprachen, erläuterte der Azubi am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Oldenburgischen IHK zum „Tag der Logistik“.

Berufe rund um Logistik – nach Autos und Handel die drittgrößte Branche in Deutschland – sind für die Region enorm wichtig. Aber sie seien nicht ausreichend bekannt, meinte Felix Jahn als zuständiger IHK-Geschäftsführer. Dabei sei der Nordwesten eine „Drehscheibe“. Das liege an den Seehäfen vor der Haustür. Die IHK stellte zum „Tag der Logistik“ eine informative Broschüre für Schüler vor: „Logistikberufe“.

Laut IHK-Ausbildungsberater Frank Ederer ist bei Ausbildungen in Logistik „starkes Wachstum spürbar“. Zudem seien mehr Klassen in Berufsschulen eingerichtet worden.

Drei weitere Jugendliche stellten zum „Tag der Logistik“ kurz ihre Ausbildung vor:

Mohsen Hachem (21) wird bei Witte Tube & Pipe Systems in Rastede „Fachkraft für Lagerlogistik“. Er hatte sich beruflich erst anderswo engagiert und dann neu orientiert. Er arbeite gern auch körperlich, sei in Bewegung. „Das ist mein Traumjob“, sagt er.


Jonas Niemann (20) lernt bei Paul Schockemöhle Logistics in Holdorf „Berufskraftfahrer“. „Schon mit 18 Jahren Lkw fahren dürfen und viel von der Welt sehen“ – das gefalle ihm. Der Berufswunsch stehe seit der Kindheit fest.

Finja Reimers (22) wird bei Albers Logistik in Varel „Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung“. „Das Puzzle der Logistik fügt sich hier zusammen“, sagt sie. Man bekomme auch mit, welche enorme organisatorische Gesamtleistung hinter Transporten und Umschlag stecke.

Auch Schulen sind dabei, in der Berufsorientierung den Schülern geeignete Logistikberufe vorzustellen. Die seien „sehr interessant“, auch für Praktika, sagte Philipp Düwel-Mahne, Didaktischer Leiter an der Oberschule Osternburg. Allerdings gebe es zuweilen Transportprobleme, da die Betriebe weit in der Region lägen, erläuterte er mit dem Kollegen Wolfram Müller.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)