• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Chef-Betrug“ kostet Firmen Millionen

07.07.2016

Düsseldorf Wirtschaftsbetrüger haben in den vergangenen Monaten in großem Stil Unternehmen bundesweit um zweistellige Millionenbeträge erleichtert – indem sie sich als deren Chefs ausgaben. Das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen schlug am Mittwoch in Düsseldorf Alarm und wies auf den weltweit grassierenden „Chef-Betrug“ („CEO-Fraud“) hin. Seit Ende vergangenen Jahres hätten die Fälle stark zugenommen. „Es handelt sich um ein neuartiges Phänomen, eine perfide Betrugsmethode“, sagte LKA-Chef Uwe Jacob.

In NRW seien bereits 31 Millionen Euro ergaunert worden, davon konnten 20 Millionen Euro aber von den Ermittlern noch rechtzeitig „eingefroren“ werden. Hinter dem Betrug stecke ein weltweit operierendes Netzwerk aus dem Bereich der organisierten Kriminalität. Das FBI beziffert den weltweiten Schaden auf 3,1 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) in 100 Staaten.

Es handele sich um eine Weiterentwicklung des berüchtigten Enkeltricks. Dabei meldet sich der vermeintliche Chef oder Finanzchef des Unternehmens „von oberster Stelle“ beim zuständigen Buchhalter und drängt zur Eile. Für wichtige Transaktionen müsse dringend Geld überwiesen werden. Der Mitarbeiter wird zu „strikter Geheimhaltung“ verpflichtet. Auf diese Weise landen große Geldsummen auf ausländischen Konten. Manchmal habe der Buchhalter Wochen zuvor einen Anruf vom vermeintlichen Chef erhalten, der ihm für seine Arbeit dankt. Nun glaubt er, seine Stimme wiederzuerkennen. Oft erfolge der erste Kontakt aber über eine gefälschte E-Mail-Adresse. Die Verpflichtung zur strikten Vertraulichkeit und vorbereitete Zahlungsaufträge mit der notwendigen, aber gefälschten zweiten Unterschrift setzten die Kontrollmechanismen in vielen Unternehmen außer Kraft.

Die Masche sei vor etwa zwei Jahren zuerst in der Schweiz und im französischsprachigen Europa aufgetaucht. Europol beziffere den europaweiten Schaden auf 500 Millionen Euro und zähle bereits 1200 Fälle. Betroffen seien Großkonzerne und Mittelständler. Besonders anfällig seien patriarchalisch-autoritär geführte Unternehmen. Das Geld werde bevorzugt in den chinesischen Sprachraum gelotst, weil es dort rasch weitergeleitet werden kann.

Die Täter hätten Varianten entwickelt: „In einem Fall wurde behauptet, die Steuerfahndung sei überraschend ins Haus gekommen und das Geld müsse rasch verschwinden“, erklärten Experten von der Commerzbank und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.