Friedrichsdorf - In Deutschland gibt es dem Babynahrungshersteller Milupa zufolge gravierende Engpässe bei Trockenmilch für Säuglinge. Seit Monaten häuften sich Anrufe besorgter Eltern, weil die Baby-Produkte vergriffen seien, sagte ein Unternehmenssprecher in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main.

Milupa vermutet, dass Privatleute und Kleinunternehmer bundesweit die Regale leerkaufen, um die für den deutschen Markt bestimmten Produkte nach China zu exportieren. Dort herrscht ein großes Misstrauen gegen heimische Ware, seit 2008 Babymilch in den Handel kam, die mit der Industriechemikalie Melamin verseucht war. Mindestens sechs Säuglinge starben, rund 300 000 erkrankten.

In China gelte Trockenmilch aus Deutschland als besonders vertrauenswürdig, sagte der Milupa-Sprecher. Das Unternehmen, das zum französischen Danone-Konzern gehört, habe aber auch in England und den Niederlanden ähnliche Probleme.

Um die Lage zu entschärfen, hat der Hersteller inzwischen eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen. „Wir hoffen auf eine spürbare Entspannung in den kommenden Wochen“, sagte der Sprecher.