Betrifft:
„Zweifel am Ernst der Partnerschaft“ (NWZ vom 7. Dezember)Mit Verwunderung und auch mit Zorn hat die Deutsch-Französische Gesellschaft das Zitat in der NWZ zur Kenntnis genommen. Sie zitieren den Oberbürgermeister im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft Oldenburg-Cholet mit den Worten „Das bisschen Kulturarbeit — was soll's” und dem Hinweis, dass für ihn wirtschaftliche und wissenschaftliche Präsenz in China wichtiger sei.Die Deutsch-Französische Gesellschaft Oldenburg war der Initiator der Städtepartnerschaft zwischen Cholet und Oldenburg, da die Stadt Oldenburg bis zum Jahre 1985 noch keine Partnerschaft eingegangen war. Bereits vor Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags (...) war Oldenburg mit einem Werbestand auf einer Messe in Cholet vertreten, auf dem auch die lokale und regionale Wirtschaft vertreten war. Damals dachte noch kein Oldenburger an Wirtschaftsbeziehungen mit China. (...)
Catherine Rüppel1. Vors. der DFG
Oldenburg * (...) Unglaublich, mit welcher Arroganz hier ehrenamtliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern desavouiert wird und diejenigen brüskiert werden, die sich für Völkerverständigung einsetzen. Stattdessen wird die Parole ausgegeben, Städtepartnerschaften ergäben nur Sinn, wenn sie „strategische Allianzen ermöglichten“, damit man „in China punkten“ könnte. Mit anderen Worten: Es muss cash dabei rüberkommen. Ein Gedanke von entwaffnender Borniertheit! (...) Die Interessen unserer Stadt werden mit solcherlei Geschwätz sicherlich nicht befördert.Karl-Heinrich QueckenstedtOldenburg * Zugegeben, die Partnerschaft mit Machatschkala ist nicht ohne Probleme und bedarf einer angemessenen Beachtung der dortigen Gegebenheiten und Lebensgewohnheiten. Da ist der gemeinsame Umgang mit unseren direkten Nachbarn in Dänemark, den Niederlanden und Frankreich, sollte man meinen, unkomplizierter und gewinnbringend für beide Seiten. Diese, von vielen Oldenburger Bürgern vertretene Auffassung, erfährt durch die öffentlichen Äußerungen des ersten Bürgers dieser Stadt eine unverhoffte Schelte.Wer die seit über zwanzig Jahren bestehenden vielfältigen persönlichen Kontakte unzähliger Oldenburger aus allen Bereichen von Kultur, Sport und Schule nach Cholet auf die stark verengende Sicht von Wirtschaft und Wissenschaft reduziert, hat das entscheidende Element der europäischen Integration, und damit die Rolle der Städtepartnerschaften, verkannt.
(...) Dr. Schwandner mag über Städtepartnerschaften denken, wie er will (die Gedanken sind frei), aber öffentlich eine große Zahl engagierter Oldenburger Bürger, einschließlich der Bediensteten des Kulturdezernats, dadurch zu beleidigen, dass deren engagierte Arbeit verkannt und diskreditiert wird, das geht einfach zu weit! (...)
Françoise und Jochen GaulOldenburg*
(...) Diese flapsige Bemerkung zeugt von einer erschreckenden Ignoranz. Man muss annehmen, dass Dr. Schwandner über diese lebendige Partnerschaft gar keine Informationen hat und nur im Rahmen seines blinden Aktionismus gewachsene Strukturen in unserer Stadt mies macht.
Über Jahrzehnte haben sich in Oldenburg Bürger, engagierte Lehrer, Schüler, Sportler, auch die Kaufmannschaft, eine der ältesten Deutsch-Französischen Gesellschaften und letztlich die Stadt vertreten durch ihre Repräsentanten bemüht, Vorurteile abzubauen, die nach schrecklichen Kriegen auf beiden Seiten da waren. (...) „Das bisschen Kulturarbeit“ zwischen den beiden Städten ist inzwischen fast ein Selbstläufer. Diese Partnerschaft war nicht auf Ziele ausgerichtet, die unserer Stadt einen wirtschaftlichen Vorteil erbracht hätten.
So ein schwammiger Begriff wie „strategische Allianz“ war den Vorgängern des Herrn Dr. Schwandner im Amt des Oberbürgermeisters fremd. Es ging nie darum, mit so einer Partnerschaft „in China zu punkten“, was das auch immer bei Herrn Dr. Schwandner bedeuten mag. Alle binationalen Gesellschaften in Oldenburg hatten die Völkerverständigung als Ziel. Es ging um Toleranz und nicht um Kommerz. (...)
Brigitte und Ulrich AckertOldenburg*
Da werden unsere langjährigen Freunde aus Cholet über die Aussage unseres Oberbürgermeisters (...) sicher sehr erfreut sein. Reduziert er doch eine Freundschaft und Partnerschaft nur auf materielle Vorteile. Wenn das die neue Wertevermittlung sein soll, darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Jugendliche Amok laufen. Mich jedenfalls hat seine Aussage sehr betroffen gemacht.Richard MeyerOldenburg*
Wenn der jetzige Oberbürgermeister die Partnerschaft mit Cholet skeptisch sieht und alle gelaufenen Aktivitäten mit einer Handbewegung wegwischt, kann ich als einer, der die Städtepartnerschaft seit 1989 begleitet, das nur als unüberlegte und unfaire Aussage gegenüber allen bisherigen Aktiven bezeichnen.Alle Treffen (...) sind nach meinem Erleben mit großer Herzlichkeit und Harmonie abgelaufen. Gerade in der heutigen Zeit können solche Zusammentreffen (...) nicht hoch genug angesiedelt werden. Ich bin gerne bereit, dem Oberbürgermeister mehrere Fotoalben und Berichte, aus denen die herzliche Freundschaft zu erkennen ist, vorzulegen. Es könnte ja sein, dass er keine Personen im Umfeld hat, die über die bisherigen Treffen eine Aussage machen können.
Ich hoffe nur, dass unsere französischen Freunde die Aussage des Oberbürgermeisters nicht lesen. Eine geänderte Meinung über uns Oldenburger würde die freundschaftlichen Beziehungen um Jahre zurückwerfen. Im Übrigen haben sich Gruppen aus Cholet und Oldenburg längst auf ein privates Treffen 2008 in Cholet geeinigt. Die Freundschaft ist uns so wichtig, dass wir selber für alle Reisekosten aufkommen werden.
Erich Diers Oldenburg*
Es ist bezeichnend, dass der OB Schwandner kein Interesse an den vorhandenen Städtepartnerschaften hat, hat er doch keinerlei Verdienst an den vorhandenen und in erster Linie von Ehrenamtlichen hergestellten Kontakten, Verbindungen und Freundschaften. Vor allem dienen diese Partnerschaften bisher noch nicht seiner so intensiv betriebenen Selbstdarstellung. Bei der Kritik des OB wird leider – auch in den Leserbriefen – immer vergessen, wem wir in erster Linie diesen OB zu verdanken haben, nämlich Herrn Stratmann und den Grünen.Karl-Heinz BlankenburgOldenburgBetrifft:
„Zweifel am Ernst der Partnerschaft“ (NWZ vom 7. Dezember)Mit Verwunderung und auch mit Zorn hat die Deutsch-Französische Gesellschaft das Zitat in der NWZ zur Kenntnis genommen. Sie zitieren den Oberbürgermeister im Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft Oldenburg-Cholet mit den Worten „Das bisschen Kulturarbeit — was soll's” und dem Hinweis, dass für ihn wirtschaftliche und wissenschaftliche Präsenz in China wichtiger sei.Die Deutsch-Französische Gesellschaft Oldenburg war der Initiator der Städtepartnerschaft zwischen Cholet und Oldenburg, da die Stadt Oldenburg bis zum Jahre 1985 noch keine Partnerschaft eingegangen war. Bereits vor Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags (...) war Oldenburg mit einem Werbestand auf einer Messe in Cholet vertreten, auf dem auch die lokale und regionale Wirtschaft vertreten war. Damals dachte noch kein Oldenburger an Wirtschaftsbeziehungen mit China. (...)
Catherine Rüppel1. Vors. der DFG
Oldenburg * (...) Unglaublich, mit welcher Arroganz hier ehrenamtliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern desavouiert wird und diejenigen brüskiert werden, die sich für Völkerverständigung einsetzen. Stattdessen wird die Parole ausgegeben, Städtepartnerschaften ergäben nur Sinn, wenn sie „strategische Allianzen ermöglichten“, damit man „in China punkten“ könnte. Mit anderen Worten: Es muss cash dabei rüberkommen. Ein Gedanke von entwaffnender Borniertheit! (...) Die Interessen unserer Stadt werden mit solcherlei Geschwätz sicherlich nicht befördert.Karl-Heinrich QueckenstedtOldenburg * Zugegeben, die Partnerschaft mit Machatschkala ist nicht ohne Probleme und bedarf einer angemessenen Beachtung der dortigen Gegebenheiten und Lebensgewohnheiten. Da ist der gemeinsame Umgang mit unseren direkten Nachbarn in Dänemark, den Niederlanden und Frankreich, sollte man meinen, unkomplizierter und gewinnbringend für beide Seiten. Diese, von vielen Oldenburger Bürgern vertretene Auffassung, erfährt durch die öffentlichen Äußerungen des ersten Bürgers dieser Stadt eine unverhoffte Schelte.Wer die seit über zwanzig Jahren bestehenden vielfältigen persönlichen Kontakte unzähliger Oldenburger aus allen Bereichen von Kultur, Sport und Schule nach Cholet auf die stark verengende Sicht von Wirtschaft und Wissenschaft reduziert, hat das entscheidende Element der europäischen Integration, und damit die Rolle der Städtepartnerschaften, verkannt.
(...) Dr. Schwandner mag über Städtepartnerschaften denken, wie er will (die Gedanken sind frei), aber öffentlich eine große Zahl engagierter Oldenburger Bürger, einschließlich der Bediensteten des Kulturdezernats, dadurch zu beleidigen, dass deren engagierte Arbeit verkannt und diskreditiert wird, das geht einfach zu weit! (...)
Françoise und Jochen GaulOldenburg*
(...) Diese flapsige Bemerkung zeugt von einer erschreckenden Ignoranz. Man muss annehmen, dass Dr. Schwandner über diese lebendige Partnerschaft gar keine Informationen hat und nur im Rahmen seines blinden Aktionismus gewachsene Strukturen in unserer Stadt mies macht.Über Jahrzehnte haben sich in Oldenburg Bürger, engagierte Lehrer, Schüler, Sportler, auch die Kaufmannschaft, eine der ältesten Deutsch-Französischen Gesellschaften und letztlich die Stadt vertreten durch ihre Repräsentanten bemüht, Vorurteile abzubauen, die nach schrecklichen Kriegen auf beiden Seiten da waren. (...) „Das bisschen Kulturarbeit“ zwischen den beiden Städten ist inzwischen fast ein Selbstläufer. Diese Partnerschaft war nicht auf Ziele ausgerichtet, die unserer Stadt einen wirtschaftlichen Vorteil erbracht hätten.
So ein schwammiger Begriff wie „strategische Allianz“ war den Vorgängern des Herrn Dr. Schwandner im Amt des Oberbürgermeisters fremd. Es ging nie darum, mit so einer Partnerschaft „in China zu punkten“, was das auch immer bei Herrn Dr. Schwandner bedeuten mag. Alle binationalen Gesellschaften in Oldenburg hatten die Völkerverständigung als Ziel. Es ging um Toleranz und nicht um Kommerz. (...)
Brigitte und Ulrich AckertOldenburg*
Da werden unsere langjährigen Freunde aus Cholet über die Aussage unseres Oberbürgermeisters (...) sicher sehr erfreut sein. Reduziert er doch eine Freundschaft und Partnerschaft nur auf materielle Vorteile. Wenn das die neue Wertevermittlung sein soll, darf man sich nicht wundern, wenn immer mehr Jugendliche Amok laufen. Mich jedenfalls hat seine Aussage sehr betroffen gemacht.Richard MeyerOldenburg*
Wenn der jetzige Oberbürgermeister die Partnerschaft mit Cholet skeptisch sieht und alle gelaufenen Aktivitäten mit einer Handbewegung wegwischt, kann ich als einer, der die Städtepartnerschaft seit 1989 begleitet, das nur als unüberlegte und unfaire Aussage gegenüber allen bisherigen Aktiven bezeichnen.Alle Treffen (...) sind nach meinem Erleben mit großer Herzlichkeit und Harmonie abgelaufen. Gerade in der heutigen Zeit können solche Zusammentreffen (...) nicht hoch genug angesiedelt werden. Ich bin gerne bereit, dem Oberbürgermeister mehrere Fotoalben und Berichte, aus denen die herzliche Freundschaft zu erkennen ist, vorzulegen. Es könnte ja sein, dass er keine Personen im Umfeld hat, die über die bisherigen Treffen eine Aussage machen können.
Ich hoffe nur, dass unsere französischen Freunde die Aussage des Oberbürgermeisters nicht lesen. Eine geänderte Meinung über uns Oldenburger würde die freundschaftlichen Beziehungen um Jahre zurückwerfen. Im Übrigen haben sich Gruppen aus Cholet und Oldenburg längst auf ein privates Treffen 2008 in Cholet geeinigt. Die Freundschaft ist uns so wichtig, dass wir selber für alle Reisekosten aufkommen werden.
Erich Diers Oldenburg*
Es ist bezeichnend, dass der OB Schwandner kein Interesse an den vorhandenen Städtepartnerschaften hat, hat er doch keinerlei Verdienst an den vorhandenen und in erster Linie von Ehrenamtlichen hergestellten Kontakten, Verbindungen und Freundschaften. Vor allem dienen diese Partnerschaften bisher noch nicht seiner so intensiv betriebenen Selbstdarstellung. Bei der Kritik des OB wird leider – auch in den Leserbriefen – immer vergessen, wem wir in erster Linie diesen OB zu verdanken haben, nämlich Herrn Stratmann und den Grünen.Karl-Heinz BlankenburgOldenburg
