In der Innenstadt hat sich 2010 einiges bewegt – überwiegend zum Positiven. Dazu haben Förderprogramme wie das neue QiN-Projekt und Privatinitiativen beigetragen.
WeserWasserLicht
QiN ist die Abkürzung für Quartiersinitiative Niedersachsen, und auch in diesem Jahr ist Nordenham wieder dabei. Unter 20 Städten verteilte das Land eine Million Euro, Nordenham erhielt mit 61 200 Euro die dritthöchste Summe. Das von der Citymangerin Ilona Tetzlaff und dem Leiter des städtischen Wirtschaftsförderungsamtes, Jürgen Mayer, entworfene Projekt trägt den Titel WeserWasserLicht und soll die im Alltag fast immer übersehene Nähe der Innenstadt zur Weser deutlich machen.
Weitere 61 200 Euro investiert die Stadt, 36 000 Euro sollen Bürger beisteuern. Bürgermeister Hans Francksen rief Hausbesitzer, Kaufleute und Industriebetriebe auf, sich finanziell zu beteiligen. Bis Ende November waren 20 000 Euro zusammengekommen.
Mit dem Geld soll in diesem und im nächsten Jahr vor allem die Fußgängerzone aufgehübscht werden – etwa durch die Neugestaltung des Peterleee-Platzes, die bis zu 80 000 Euro kosten soll. Außerdem werden Poller, Bänke , Blumenkästen und Vitrinen entfernt, Amberbäume gepflanzt, Straßenlaternen mit Blumenampeln geschmückt und hochwertige Wasserspielgeräte aufgestellt. Zudem sollen Bäume von unten angestrahlt werden.
Ebenfalls aus QiN-Mitteln finanziert wurden elf neue Hinweisschilder für Touristen in der Innenstadt.
Zur Verschönerung der Fußgängerzone führte im November auch der Umbau des Schuhhauses Buller & Geske an der Friedrich-Ebert-Straße 4, bei dem die Fassade noch dem historischen Vorbild von 1903 wiederhergestellt wurde. Zu der Investition von 130 000 Euro gab die Stadt einen Zuschuss aus dem City-Förderprogramm.
Eine weitaus größere Summe nahm der Nordenhamer Kaufmann und ehemalige CDU-Ratsherr Renke Lüttke in die Hand. Über den Nordenhamer Immobilienkaufmann Murat Kargavuran erwarb er am 27. Januar in einer Zwangsversteigerung für 75 000 Euro das Haus an der Ecke Hansingstraße/Karlstraße, das bis Februar 2009 die Gaststätte Zur Presse beherbergt hatte. Der 68-Jährige investierte weitere 500 000 Euro, um das 1909 erbaute Haus in das Hotel Küste umzubauen. Als Betreiber gewann er den Hotelier Rüdiger Gallasch, der seit 1997 das Hotel am Markt führt und es seit 2007 besitzt. Am 1. August wurde das Zwei-Sterne-Hotel eröffnet.
Geschlossen wurde am 30. September die Buchhandlung Kiekinnewelt an der Bahnhofstraße 9, die Tanja Ehmen im Januar 2008 von Rena Töllner-Peplau übernommen hatte. Jetzt gibt es in Nordenham nur noch eine Buchhandlung.
Gift im Boden
Zur Attraktivität der Innenstadt sollen auch die 46 Parkplätze und die Buswendeschleife beitragen, die auf dem Gelände eines ehemaligen Autohandels an der Deichgräfenstraße entstehen. Für insgesamt 1,6 Millionen Euro wertet die Stadt die Nachbarschaft des Bahnhofs auf; davon muss sie selbst nur 400 000 Euro übernehmen. Allerdings sind ungeplante 100 000 Euro dazugekommen, weil der Bagger auf giftige Altlasten gestoßen ist.
Und der Bahnhof selbst ist hässlicher geworden; Die Deutsche Bahn AG, die das leerstehende Bauwerk loswerden will, hat Ende September nahezu alle Fenster und Türen im Erdgeschoss mit Stahlblechplatten verrammelt.
