Cloppenburg - Die heimische Agrarwirtschaft ist in Sorge über den Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest. Aus diesem Grund hatte das Agrar- und Ernährungsforum (AEF) Oldenburger Münsterland am Dienstagmorgen Tierhalter in das Kreishaus Cloppenburg eingeladen, um sie über die Seuche zu informieren, aber auch um sie zu sensibilisieren.

Die Seuche, die vor knapp 100 Jahren erstmals in Kenia beschrieben wurde, scheint sich auch nach Deutschland auszubreiten. 2007 tauchte sie in Georgien auf. 2014 folgten weitere Fälle auf osteuropäischem Boden etwa in den Nachbarländern Tschechien und Polen. Ein bedrohliches Szenario gerade für den agrarisch geprägten südoldenburgischen Raum. „Wir haben allein im Landkreis Cloppenburg 1,8 Millionen Schweine in mehr als 2000 Betrieben“, sagte Landrat Johann Wimberg (CDU). „Das Risiko muss minimiert werden, ganz ausschließen kann man es aber jedoch nie.“ Gerade weil der hiesige Raum reichlich Erfahrung mit dem Ausbruch von Seuchen gemacht hat, war er sehr erfreut darüber, dass das AEF sich diesen Themen offen stellt.

„Es muss Vorsorge getroffen werden, dass wir ein solches Szenario nicht erleben“, sagte der AEF-Vorsitzende Uwe Bartels. Er selbst habe als Landwirtschaftsminister die klassische Schweinpest und die daraus folgenden betriebswirtschaftlichen Schäden hautnah miterlebt.

Vertreter des Friedrich-Löffler-Institutes, des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, des Veterinäramts beim Landkreis Cloppenburg sowie der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GESEVO), ebenfalls aus Cloppenburg, informierten über das Virus und stellten Maßnahmen vor, die bei einem möglichen Ausbruch getroffen werden. „Es ist ein sehr komplexes Virus, dass zu mehr als 90 Prozent zum Tod der infizierten Schweine führt“ , erklärte die Laborleiterin der Versuchsdiagnostik im Friedrich-Löffler-Institut, Dr. Sandra Blome. Hoch ansteckend sei es jedoch nicht. Dies erschwere eher die Bekämpfung, als dass sie sie erleichtere, da sich unbemerkt weitere Tiere infizieren könnten. Zudem erwarte sie die Entwicklung eines möglichen Impfstoffs nicht in den nächsten fünf Jahren.