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Agrar „Wo sind die großen Fensterscheiben?“

CLOPPENBURG - „Landwirte haben langfristig nur dort eine Berechtigung, wo sie gesellschaftliche Erwartungen erfüllen.“ Es sei an den Landwirten, für mehr Transparenz und somit Akzeptanz in der Bevölkerung zu sorgen. Das sagte Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, am Mittwoch bei der OLB-Fachtagung „Landwirte im Dialog“.

Dr. Stefan Friedmann, Mitglied des Vorstands des Finanzhauses, begrüßte rund 350 Landwirte in der Cloppenburger Stadthalle. In seinem Grußwort sagte Moderator Dr. Franz-Josef Budde, der Dialog zur modernen Tierhaltung sei nicht einfach und von Missverständnissen geprägt. Einen Rückzug auf die „Landwirtschaft von vorgestern“ könne es nicht geben.

„Die Wünsche der Gesellschaft an eine moderne Landwirtschaft scheinen nicht erfüllt zu sein“, diagnostizierte DLG-Präsident Bartmer. Die vom Verbraucher gewünschte „Agrarromantik“ sei nicht in Einklang zu bringen mit der heutigen hoch technisierte Landwirtschaft. Die sei notwendig, um die vom Verbraucher gewünschten preiswerten, aber auch qualitativ hochwertigen Produkte herzustellen.

Akzeptanz in der Gesellschaft könne nur geschaffen werden, indem Landwirte Transparenz zeigten und kommunizierten, was auf dem Hof geschehe. „Wo sind die großen Fensterscheiben in unseren Höfen?“, fragte Bartmer. Viel zu lange sei die Kommunikation von Verbänden übernommen worden. Emotional überzeugen könne aber doch viel besser der Landwirt vor Ort. Bartmer forderte, den Nichtregierungsorganisationen wie Foodwatch oder Greenpeace die „Herrschaft an den Stammtischen“ wieder zu entreißen.

Denn schon heute würden sich Bewirtschaftskonzepte an der Öffentlichkeit ausrichten, die nicht mehr dem Stand des Wissens und der Technik entsprächen. Fortschritt ohne den Bürger werde nur langsam bis gar nicht zu erreichen sein. Eine leistungsfähige Agrarforschung sei zudem notwendig, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Diese sieht Bartmer auf europäischer Ebene allerdings vernachlässigt.


Die exorbitant steigende Bevölkerungszahl werde weltweit zu einem „dramatischen Anstieg“ der Nachfrage nach Lebensmitteln führen. „Die Chancen sind gigantisch.“

Hilmar Gerdes, betriebswirtschaftlicher Berater der Landwirtschafskammer Niedersachsen, sprach zudem über Risikomanagement in der Landwirtschaft. Professor Dr. Achim Spiller, Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Georg-August-Universität Göttingen, machte „Moderne Tierhaltung und gesellschaftliche Erwartungen: Wege aus der Imagefalle“ zum Thema seines Vortrags.

NWZ

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Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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