CLOPPENBURG - Frankreichs Sauen ferkeln zahlreich. Bei den Schweinehaltern ist das ein brisantes Thema.

von Rieke hümpel

CLOPPENBURG - „Es ist uns gelungen, viele Schweinehalter aus ganz Niedersachsen anzulocken. Das zeigt, dass die Investitionsneigung endlich wieder gestiegen ist“, zog Friedrich Scholten, Präsident der Landwirtschaftskammer (LWK) Weser-Ems, auf dem gestrigen „Agrarforum Schwein“ in der Cloppenburger Münsterlandhalle positive Bilanz. Nach schwierigen Jahren würden die Landwirte für die nächsten Jahre nun ein positiveres wirtschaftliches Klima erwarten, so Scholten.

Die LWK Weser-Ems, die Bauförderung Landwirtschaft und der Landwirtschaftsverlag Weser-Ems hatten mit diesem Agrarforum erstmals eine Tagung mit einer Ausstellung kombiniert. Mehr als 60 Firmen präsentierten vom Befruchtungskatheter bis zur Ferkelfütterungsanlage ihre Produkte.

Mit einem in der Schweinezucht besonders brisanten Thema beschäftigte sich der Vortrag „Fruchtbare Franzosen“ von Dr. Uwe Clar von der LWK Hannover. Die in den vergangenen Jahrzehnten konsequent auf Fruchtbarkeit ausgerichtete Zucht in Frankreich zahle sich nun aus, sagte Clar. Unnötige Skepsis gegenüber der Datenauswertung sei indes nicht angebracht, warnte Scholten: „Wir sollten zusehen, was wir von den Franzosen lernen können.“

Das exportstarke Dänemark aber auch die übrige europäische Konkurrenz im Blick zu behalten, riet Peter Spandau von der LWK Nordrhein-Westfalen. „Die Brasilianer produzieren zu 50 Prozent unserer Kosten Schweinefleisch“, so Spandau. Um nicht vom Markt gedrückt zu werden, dürften die deutschen Schweinehalter nicht zu den teuersten Produzenten (derzeit Österreich und Schweden) in Europa zählen. Scholten wies in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass der Bedarf am Weltmarkt nicht geringer werde. „Insbesondere in China steigt der Verbrauch enorm. Ich sehe da durchaus Möglichkeiten.“