CLOPPENBURG - Die Möglichkeit zur Bildung steuerfreier Rücklagen sollten die Landwirte angesichts stark schwankender Agrarmärkte haben. Diese Auffassung vertrat der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Friedrich Scholten, am Mittwoch beim „3. Fachforum Schwein“. Dazu waren rund 1000 Sauenhalter und Ferkelerzeuger aus ganz Nordwest-Deutschland nach Cloppenburg gekommen.

Ein Finanzpolster – so Scholten – könne bei schwieriger werdenden Märkten die Liquidität der Betriebe sichern. Landwirte würden nach teilweise guten Umsätzen in 2008 nun mit hohen Steuervorauszahlungen belastet, obwohl die Preise für Milch und Schweinefleisch wieder im Keller seien und die Finanzämter die Steuern später erstatten müssten.

Die Branche – erklärte Scholten – stehe unter erheblichem internationalen Druck: Zurzeit gibt es 11 600 schweinehaltende Betriebe in Niedersachsen – 52 Prozent weniger als 1998. Insbesondere die Ferkel produzierenden Sauenhalter spürten die Konkurrenz aus Dänemark und den Niederlanden.

Die rund 7000 Schweinemäster seien dagegen auf Grund ihrer vergleichsweise hohen Eigenkapitalquote „im Großen und Ganzen“ konkurrenzfähig. Jedes dritte deutsche Kotelett – sagte Scholten – stamme aus Niedersachsen. Der Schwerpunkt der niedersächsischen Schweineproduktion liege dabei zwischen Weser und Ems.