CLOPPENBURG - Das „Ärztenetz Soestetal“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Die Gefahr für Menschen, sich mit ansteckenden Krankheiten zu infizieren, die gravierende Folgen haben könnten, nehme zu. Deshalb sei eine Impfung wichtig, sagt der Cloppenburger Mediziner Dr. Matthias Wenck, Sprecher des Ärztenetzes. Auf dem Cityfest wollen die Ärzte deshalb die Gelegenheit nutzen, um auf die in den Praxen eigens eingerichteten Impfsprechstunden hinzuweisen. Am Sonnabend werden die Ärzte von 10 bis 14 Uhr in der Fußgängerzone (Mühlenstraße) über das Thema Impfen informieren.

Die Schwierigkeit: Menschen würden kaum noch Krankheitsbilder mit schweren Folgen erleben. Bei ihren Kindern würden Eltern zumeist noch sehr genau auf die Impfungen achten, nicht aber bei sich selbst. Dabei könne etwa eine Masernerkrankung bei ungeimpften Erwachsenen schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Dabei kann Impfen so einfach sein: Mit nur einer Spritze kann man beispielsweise Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und Keuchhusten vorbeugen. Sowohl alle Menschen über 60 Jahre als auch Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung wie Diabetes, einem Leber-, Lungen-, Herz- oder Nierenleiden, sollten sich gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen impfen lassen. Gerade für ältere Menschen sollte Impfen neben den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zur aktiven Gesundheitsvorsorge gehören.

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts sollte jeder Erwachsene im Abstand von zehn Jahren Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie auffrischen lassen. Erwachsene, die keine vollständige Grundimmunisierung gegen Polio (Kinderlähmung) erhalten haben, sollten die fehlenden Impfungen vervollständigen.

Wer als Erwachsener engen Kontakt zu Säuglingen hat oder Nachwuchs plant, sollte zusätzlich seinen Impfschutz gegen Keuchhusten nachholen bzw. auffrischen lassen. Denn sowohl eine durchgemachte Keuchhustenerkrankung als auch die Impfung immunisieren nur für etwa zehn Jahre.


Impfungen gegen Windpocken sollten Erwachsenen unbedingt nachholen, sofern dies noch nicht geschehen ist. Hier steigt das Risiko eines komplizierten Krankheitsverlaufs mit zunehmendem Alter. Windpocken in der Schwangerschaft können schwerwiegende gesundheitliche Folgen für Mutter und Ungeborenes haben.

Eine hohe Impfrate in der Bevölkerung dient auch zum Schutz von immungeschwächten Personen.