CLOPPENBURG - Lange war Cloppenburg im Naturschutzbund (Nabu) Deutschland ein weißer Fleck. Das hat sich geändert. Seit beinahe zwei Jahren existiert eine Ortsgruppe, in der sich mittlerweile mehr als 400 Mitglieder engagieren. Erst kürzlich wurde gar eine Jugendgruppe für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren gegründet, die spielerisch an die Natur herangeführt werden sollen.

Doch damit nicht genug: In einer am Dienstag angekündigten Kampagne wollen die Naturschützer 500 Mitstreiter hinzugewinnen. Fünf Studentinnen und Studenten aus Oldenburg, Berlin, Hamburg und Freiburg machen sich in ihren Semesterferien auf den Weg, um im Landkreis Cloppenburg von Haus zu Haus für die Ziele der Organisation und eine Mitgliedschaft zu werben. Start ist in diesen Tagen in der Gemeinde Essen, anschließend sind die jungen Leute in der Kreisstadt unterwegs.

Sarah Deuling, Philipp Bumann, Julia Ertner, Robert Riemann und Lorenz Knauer sind an ihren weißen T-Shirts mit dem Weißstorch, dem Wappentier des Nabu, zu erkennen. Außerdem führen sie einen Ausweis mit. Spenden sammeln sie nicht, sondern sie möchten lediglich neue Mitglieder rekrutieren. Wer dennoch Fragen hat, kann sich an die Vorsitzende der Ortsgruppe Cloppenburg, Barbara Siedler, unter 04471/47 72 wenden (E-Mail: nabu-clp@gmx.de).

Die ehrenamtlichen Mitglieder im Nabu Cloppenburg verstehen sich – wie die mehr als 400 000 Mitglieder in 1500 lokalen Gruppen bundesweit – als Anwalt für Mensch und Natur. In Vorträgen und Exkursionen soll den Menschen die Natur versteh- und erfahrbar gemacht werden. Die neuesten Projekte der Aktivisten drehen sich um den Steinkauz und die Kröten. Außerdem soll eine Streuobstwiese angelegt werden, und auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern soll ein Landschaftsprojekt mit Lehrcharakter entstehen, das langfristig als Naturtreffpunkt der Region ausgebaut werden soll. Denn laut Barbara Siedler sei auch die Gefährdung der Fauna, Flora und Landschaft vor Ort immer mehr zu spüren, und nur was man kenne, könne man auch schützen. In diesem Bemühen will der Nabu deshalb bewusst Einfluss auf Entscheidungen in Politik und Verwaltung nehmen.