CLOPPENBURG - Die Hälfte der 18 Schüler hat eine Option auf einen Ausbildungsplatz. Das Modellprojekt gibt es seit 2006.

Von Carsten Mensing

CLOPPENBURG - Der „Berufsfahrplan“ soll Schülern mit sehr schwachem oder fehlendem Hauptschulabschluss eine bessere berufliche Perspektive ermöglichen. Dies erklärte der Schulleiter der BBS am Museumsdorf, Günter Lübke, gestern dem hiesigen Landtagsabgeordneten Clemens gr. Macke (CDU) bei dessen Informations-Besuch an der Schule.

Der „Berufsfahrplan“ ist ein Projekt der BBS am Museumsdorf, der Haupt- und Realschule Leharstraße und der Caritas. Die Berufsschullehrer Petra Böckmann und Dirk Meinhardt sowie die an der Leharstraße beschäftigte Caritas-Sozialpädagogin Simone Meyer haben das Netzwerk 2006 während einer Weiterbildung zur Präventionskraft geschaffen.

Und der „Berufsfahrplan“ zeigt bereits erste Erfolge. Während aus der Einjährigen Berufsfachschulklasse ohne Eingangsvoraussetzung im Schuljahr 2004/2005 lediglich zwei von 25 Schülern eine Ausbildung begonnen haben, sieht es nun für weit mehr Schüler deutlich besser aus. Ein wesentlich höherer Praxisanteil und eine stark verbesserte Betreuung der Schüler sind offenbar die Gründe für die ersten Fortschritte. Zurzeit absolvieren 14 Mädchen und vier Jungen einen Praxistag in den Betrieben. „Rund die Hälfte der 18 Schüler hat die Option in eine Ausbildung zu gehen“, verrät Meinhardt. Und um diejenigen, die es nicht schafften, kümmere sich dann das PACE (Pro-Aktiv-Center).

Bereits zu Beginn des „Berufsfahrplanes“ in der achten Hauptschulklasse steht ein 14-tägiges Betriebspraktikum auf dem Programm. Langfristige Praktika sind im Übrigen ein zentraler Baustein des „Berufsfahrplanes“ und sollen vor allem Jugendlichen mit Migrationshintergrund helfen, die nötige Ausbildungsreife zu erlangen.


Die guten Erfahrungen haben sich bis ins Kultusministerium nach Hannover herumgesprochen. So hat das Land der BBS neben elf anderen Schulen im Bereich Wirtschaft den Zuschlag für die Einrichtung von Berufseinstiegsklassen genehmigt, deren Inhalte nahezu deckungsgleich mit dem „Berufsfahrplan“ sind. „Was wir in der Schulpolitik machen wollen, ist in Südoldenburg schon umgesetzt“, lobte gr. Macke.