CLOPPENBURG - Christoph Meyer bestand mit Auszeichnung. Er benötigte nur eineinhalb Jahre.

von michael loots

CLOPPENBURG - Das Museumsdorf in Cloppenburg will seine kooperative Lehrlingsausbildung in der Zimmerei aufgrund des Erfolges auf andere Handwerke ausdehnen. Das Kuratorium hat grünes Licht gegeben, Vorbereitungen sind angelaufen. Jetzt setzt Museumsdirektor Professor Dr. Uwe Meiners auf finanzielle Unterstützung des Landes.

Die Hoffnung scheint nicht unbegründet, denn die im August 2001 als Pilotprojekt gestartete kooperative Lehrlingsausbildung hat sich nach Ansicht aller Beteiligten bewährt. Die Initiative versucht, einen neuen Weg in der handwerklichen Lehrlingsausbildung zu beschreiten. Ziel ist, qualitativ angelegte Formen der Zusammenarbeit zwischen den Handwerksmeistern im Museumsdorf und Meistern in den Handwerksbetrieben zu schaffen.

Von Beginn an ist die Zimmerei Möller aus Molbergen als Partner mit von der Partie. Vier Lehrlinge des Betriebes haben seither die kooperative Form der Ausbildung durchlaufen, am 1. August geht der nächste Azubi an den Start. Die Kooperation bedeutet, dass der Zimmererlehrling wechselweise seine Ausbildung im Betrieb Möller und im Museumsdorf absolviert. Im Freilichtmuseum hat er die Möglichkeit, sich durch die Arbeit an alten Gebäuden zu spezialisieren. Eine gute Schule, bilanziert der Molberger Betriebschef, weil ein Trend in der Branche in Richtung Altbausanierung gehe.

Diese gute Schule hat auch Christoph Meyer aus Nutteln durchlaufen. Der 26-jährige gelernte Industriekaufmann legte seine Gesellenprüfung mit Auszeichnung ab und strebt nun mit einem Studium der Agrarökologie/-wissenschaften seinen bereits dritten Beruf an.


Auch in Hannover ist das erfolgreiche Cloppenburger Modell nicht verborgen geblieben. Bereits 2002 wurde die Ausbildungskooperative im Rahmen der „Chance Niedersachsen“ von der Landesregierung und dem Landesarbeitsamt Niedersachsen-Bremen mit der „Goldenen Treppe“ honoriert.