CLOPPENBURG - Eine kontroverse Diskussion hat am Dienstag im Planungs- und Umweltausschuss des Kreistages das Ansinnen der Geflügelseuchenvorsorge GmbH, Gesevo, ausgelöst, nachdem der Kreis die Gesellschaft unterstützen soll, ein Grundstück plus Gebäude zu kaufen. Darin sollen dauerhaft die zur Seuchenvorsorge benötigten Spezialgeräte untergebracht und geschultes Personal verfügbar gehalten werden. Die Effizienz der Tierseuchenbekämpfung werde gesteigert, führte Kreis-Veterinäramtsleiter Dr. Karl-Wilhelm Paschertz aus. Mit CDU/FDP-Mehrheit votierte der Ausschuss letztlich dafür, dass der Kreis von den 500 000 Euro Gesamtkosten maximal 125 000 Euro trägt.
Die Gesevo habe bereits im Kampf gegen die Vogelgrippe Ende 2008 und Anfang 2009 gute Arbeit geleistet: 47 Bestände mit 616 000 Tieren mussten damals mit CO2-Gas gekeult werden, Kosten: rund 14 Millionen Euro.
Die gute Arbeit dürfe nicht zu dem Trugschluss führen, alle Voraussetzungen für eine effektive Seuchenbekämpfung seien geschaffen, so Paschertz. Verbessert werden müsste etwa die Verfügbarkeit von CO2-Gas, zudem gebe es bei den Notfallplänen Optimierungsbedarf. Weiter soll ein Dusch-Lkw angeschafft werden. Bislang ist die Gesevo ausschließlich aus Mitteln der Tierseuchenkasse finanziert worden – also aus Beiträgen der Tierhalter. Sie zahlen in der Aufbauphase über fünf Jahre einen Betrag von 400 000 Euro jährlich.
Georg Meyer unterstützte für die CDU-Fraktion das Vorhaben zum Hallenneubau, ebenso wie Martin Meinerling von der FDP. Er schlug vor, der Landkreis könne möglicherweise ein Grundstück zur Verfügung stellen. SPD, Grüne und UBF lehnten den Antrag ab. Wilhelm Freye (SPD) sah „keine Verpflichtung des Landkreises“. Die Geflügelhalter müssten die Kosten selbst tragen, nicht der Steuerzahler, so Grünen-Sprecher Josef Dobelmann.
Bisher sind die Spezialgeräte in gemieteten Hallen in Bösel und Garrel eingelagert – suboptimal, wie die Gesevo urteilt. Benötigt werde eine Lagerfläche von rund 1500 Quadratmetern mit einem Grundstück von etwa 5000 Quadratmetern – am besten in einem autobahnnahen Gewerbegebiet.
