Cloppenburg - Nach einer vorläufigen Prognose des Projektplaners könnten die Gesamtkosten für die Sanierung der Cloppenburger Kläranlage und den Bau einer dritten Reinigungsstufe dort noch einmal leicht von 18,5 auf rund 19 Millionen Euro steigen. Das erklärte Bauamtsleiter Armin Nöh jetzt bei der Sitzung des städtischen Bau- und Verkehrsausschusses. Weitere Variablen in Sachen Kosten seien die üblichen Sicherheitszuschläge in Höhe von 30 Prozent (zehn Prozent sind bereits ausgeschöpft), eine Bauzeitverlängerung (momentan drei Monate mehr als im Zeitplan vorgesehen machen das Vorhaben teurer) und Rechtsstreitigkeiten. Zurzeit klagt ein Unternehmen gegen die Stadt wegen Nichtbeauftragung in Sachen Maschinentechnik (Los 2) und die Stadt gegen einen Auftragnehmer im Bereich des Loses 1 (Bau der Stahl- und Betonkonstruktion).

Wie berichtet, bekommt die Cloppenburger Kläranlage eine leistungsstärkere Biologie. Zuerst wird das Wasser mit einem Rechen von festen Stoffen befreit, daran schließt sich eine zweite Reinigungsstufe an, die Schlämme, Sand und weitere Schwebstoffe entfernt. Schärfere gesetzliche Vorgaben machten eine Erneuerung der biologischen Reinigung erforderlich, deren Leistung bezüglich des Volumens aber gleich bleibt.

Der für Anfang 2019 angekündigte Probebetrieb, mit dem vor allem die Steuerungstechnik eingestellt werden soll, läuft bereits seit anderthalb Wochen. Die Umsetzung von Los 1 ist – wie berichtet – bereits abgeschlossen. Außerdem gibt es noch Los 2 (Maschinentechnik), Los 3 (Rohrleitungsbau) und Los 4 (Elektrotechnik).

Die zurzeit noch gültige Einleitungserlaubnis, die vom Landkreis Cloppenburg bis einschließlich 1. Juli erteilt worden ist, solle – so Nöh – mit einem im März zu stellenden Antrag um drei Monate verlängert werden.

ð   Derweil will die Stadtverwaltung 2019 drei Schmutzwasserschächte sanieren lassen: Zum einen geht es um die Schächte vom Hofkamp bis zum Rizereiweg im Kanalabschnitt des Schmutzwasser-Hauptsammlers A. Biogene Schwefelsäurekorrosion hat die Schachtwandungen stark beschädigt. Repariert werden sie mit einem Auskleidungsverfahren – 590 000 Euro kostet das.


Eine weitere Schachtsanierung steht im Kreuzungsbereich Höltinghauser Straße/Niedriger Weg an. Das Sonderbauwerk (Schacht mit innenliegendem Absturz) wird mit GFK-Elementen ausgekleidet. Die neue Schachtabdeckung wird aus säurebeständigem Polymerbeton hergestellt. 75 000 Euro werden dafür insgesamt gebraucht.

Weitere Kanalsanierungen werden im Bereich der beiden Bahnkreuzungen im Verlauf des Niedrigen Wegs (F.E.G. Friesoyther Eisenbahngesellschaft/DB Netz AG) durchgezogen. Das unterhalb des Bahnkörpers liegende Graugusskanalrohrsystem weist Korrosionsschäden auf. Die Kanalsanierung erfolgt in geschlossener Bauweise durch Einbringen eines Schlauchliners. Kosten hier: 120 000 Euro.

Die Arbeiten sollen unter Berücksichtigung bestehender Verkehrsbeeinträchtigungen in der zweiten Jahreshälfte 2019 ausgeführt werden.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland