CLOPPENBURG - „Es ist eine einmalige Chance für Hamburg. Die Stadt kann durch dieses Projekt ihre Attraktivität auch im weltweiten Vergleich steigern“, erklärt Christoph Schmidt. Der gebürtige Cloppenburger sprach am Mittwoch in der Aula des Clemens-August-Gymnasiums (CAG) von der HafenCity, dem derzeit größten Stadtentwicklungsprojekt Europas. Direkt an der Elbe östlich der Speicherstadt soll in Hamburg bis 2020 ein neues Stück Innenstadt entstehen. Auf 155 Hektar Fläche, auf denen bislang alte Hafenanlagen standen, sollen Wohnungen, Bürogebäude, Einzelhandelsmärkte und Kulturstätten neu errichtet werden.

Schmidt leitet das Projekt als einer von vier „Senior Projektmanagern“, die sich den Raum und verschiedene Kompetenzbereiche untereinander aufteilen. Der 40-Jährige hat 1987 am CAG sein Abitur bestanden und studierte anschließend Baumanagement und Projektentwicklung an der Bauhausuniversität Weimar und Landschaftsplanung und -architektur an der Technischen Universität Berlin. Bei einem kürzlichen Klassentreffen erregte er mit seiner Arbeit Aufmerksamkeit. Schmidt sagte schließlich zu, beim jährlichen Aulaabend des CAG davon zu erzählen.

Noch bis 2020 ist Schmidt in der Hansestadt beschäftigt. Dann sollen 5500 Wohnungen für 12 000 Einwohner und 40 000 neue Arbeitsplätze entstanden sein. Die Innenstadt wird sich durch das Mammutprojekt um 40 Prozent vergrößern. Herausragend sei jedoch ein anderer Umstand. „Wir bemühen uns, durch eine sehr vielfältige Architektur, eine bunte Mischung verschiedener Nutzungsarten und große öffentliche Räume eine moderne, lebenswerte Innenstadt zu generieren“, preist Schmidt die HafenCity an. Das Projekt sei modellhaft für die Entwicklung einer europäischen Stadt im 21. Jahrhundert.

Seit 2000 arbeiten Bagger und Kräne, heute befindet sich der Großteil der Fläche im Bau. Darunter auch die Elbphilharmonie, die das bekannteste Einzelprojekt sein dürfte. Neben dem Konzerthaus entstehen in Gestalt des Maritimen Museums und des Science Centers noch zwei weitere große Kulturstätten.

Das Gesamtinvestitionsvolumen für die rund 1,5 Quadratkilometer „künstliche“ Innenstadt belaufen sich auf über zehn Milliarden Euro. Rund eine davon entfällt auf die Stadt für die öffentliche Infrastruktur, wozu auch zwei neue U-Bahn-Stationen zählen. Den Rest zahlen öffentliche Investoren, deren Interesse nach anfänglicher Skepsis stark gestiegen sei, so Schmidt. Unter anderem errichtet der Lebensmittelkonzern Unilever in der HafenCity seine neue Deutschlandzentrale.


Wer zukünftig in Hamburg wohnen möchte, ist von Schmidt herzlich eingeladen worden. Schon für 9,50 Euro Kaltmiete seien einige Wohnungen zu beziehen, so der „Bauherr“. Für Luxusappartements steige der Preis jedoch bis in die Tausende.