CLOPPENBURG - Themen der Europäischen Politik dominierten den Ablauf des Landes-Delegiertentages der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Im Cloppenburger Pfarrheim St. Andreas befassten sich 72 Vertreter aus 20 Vereinen, die in den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Oldenburg sowie in den Städten Delmenhorst und Wilhelmshaven beheimatet sind, mit aktuellen Problemen der Arbeitnehmerschaft.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Landesverbandsvorsitzende Josef Bischof aus Dinklage unter den Gästen auch die Bundestagsabgeordneten Gabriele Groneberg und Franz-Josef Holzenkamp sowie die Landtagsabgeordneten Renate Geuter und Dr. Stephan Siemer. Die Grüße der Stadt Cloppenburg überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Bernhardt, die das Engagement der KAB-Vereine für die sozial schwächeren Bevölkerungsschichten und den Einsatz für eine gerechte Arbeitswelt besonders hervorhob.

Soziale und gerechte Arbeit

Landesverbandsvorsitzender Josef Bischof wies auf die Schlüsselrolle der Erwerbsarbeit für eine soziale und gerechte Arbeit in Europa hin. Erwerbsarbeit verschaffe nicht nur den notwendigen Lebensunterhalt, sondern sei ausschlaggebend für soziale Sicherheit, Anerkennung und Integration und somit ein bedeutender Faktor für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Europäische Bewegung Christlicher Arbeitnehmer, zu dessen Netzwerk auch die KAB Deutschland gehöre, habe festgestellt, dass gegenüber dem Normalarbeitsverhältnis die prekäre Beschäftigung in Europa auf dem Vormarsch sei. Die KAB vertrete die Auffassung, dass damit die bisherigen rechtlichen und sozialen Standards der Erwerbsarbeit grundlegend in Frage gestellt würden. Die Formen seien zeitlich befristet, nicht stabil, niedrig entlohnt und schafften somit keinen ausreichenden Lebensunterhalt für die Beschäftigten und deren Familien und sie führten zu keiner, oder nur zu einer geringen sozialen Absicherung.

Bischof wiedergewählt


In einem mit Beifall aufgenommen Referat stellte Europa-Abgeordneter Professor Dr. Hans-Peter Mayer Strukturen und Funktionen des Europäischen Parlaments vor, die Bürgern die Freiheit der Person, der Ware, der Dienstleistung und des Kapitals garantieren und in hohem Maße zur Wahrung des Friedens unter den Völkern beitragen.

In den turnusgemäßen Wahlen zum Landesvorstand sprachen die Delegierten dem Vorsitzenden Josef Bischof durch einstimmige Wiederwahl für die kommenden zwei Jahre das Vertrauen aus. Als stellvertretende Vorsitzende fungieren Anne Olberding (Löningen) und Karl- Heinz von Döllen (Goldenstedt). Zu weiteren Mitgliedern des Landesvorstandes wählte man Viktor Schulte (Damme), Alois Wernke (Wilhelmshaven), Peter Bührmann (Cloppenburg), Eberhard Hof (Wilhelmshaven), Johannes Höpken (Oldenburg), Karl Wennemann (Löningen), Renate Franke (Delmenhorst) und Johannes Wernke (Harkebrügge). Als Leiterin der Zielgruppe „Frauen“ wurde Ursula Ellers (Cloppenburg) bestätigt und die Zielgruppe „Senioren“ wird von Erika Eckelmann (Dinklage) geleitet.