CLOPPENBURG - „Ich habe gar nicht gewusst, was in der Drogenberatungsstelle gemacht wird“, sagte ein CDU-Mitglied erstaunt bei einem Besuch der städtischen Christdemokraten in der Drogenberatungsstelle (Drobs) an der Eschstraße. Einrichtungsleiter Michael Koletzki informierte über das Krankheitsbild von Abhängigen.
Zurzeit werden in der Drobs 262 Klienten betreut. Davon seien zwei Drittel Migranten, überwiegend aus den ehemaligen Ländern der UdssR. Die Drobs hat sich auf diese Klienten eingestellt. Russisch sprechende Mitarbeiter helfen den Abhängigen und den Eltern. In Cloppenburg und Ramsloh werden zwei Elterngesprächskreise angeboten. „Auch in diesem Jahr hatten wir wieder einen Zugang an Teilnehmern in den Gesprächskreisen“, so Betreuerin Anna Popoff.
Schweigepflicht der Mitarbeiter, Anonymität, Freiwilligkeit und die Kostenlosigkeit: Michael Koletzki unterstrich in seiner Ausführungen die vier wichtigsten Kriterien für den Besuch der Drobs. „Wir müssen uns auch mehr um unseren Bekanntheitsgrad kümmern", sagte Koletzki weiter. Er machte deutlich, dass die Drobs auch für Klienten, die in Deutschland geboren sind, zuständig ist. Es sei nicht Absicht der Einrichtung, eine eigenständige Beratungsstelle nur für Migranten einzurichten. Auf die Frage nach der Ursache für den hohen Anteil an Russlanddeutschen konnten die Mitarbeiter keine
klare Antwort geben. „Oft sind es Jugendliche, die nach Deutschland gekommen sind und mangels Perspektiven und Sprachkenntnissen den Weg nicht gefunden haben“, meinte Popoff.
Während eines Rundganges durch die Drobs konnten sich die Besucher über weitere Angebote informieren. So haben Abhängige die Möglichkeiten, in den Räumlichkeiten zu duschen oder ihre Wäsche zu waschen. Die Ausgaben von sterilen Spritzen gehört auch zu den Tätigkeiten der Drobs. Damit will man die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.
