Cloppenburg - Aufpassen aufs Baby oder Spielen mit dem Kleinkind, wenn Mutti beispielsweise mal zum Friseur möchte, Begleitung bei Behördengängen, Anregungen geben bei lebenspraktischen Dingen wie Kochen, Hausaufgabenhilfe oder Erziehung der Kinder: Die Familienpaten des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Cloppenburg können ein Segen im Alltag sein. Die ehrenamtlichen Kräfte sind engagierte und lebenserfahrene Menschen, die einen Teil ihrer Zeit Familien zur Entlastung und Unterstützung zur Verfügung stellen. Kurzum: Familienpaten hören zu, haben Zeit und machen Mut.

Im Jahr 2018 unterstützten 31 Familienpatinnen im gesamten Landkreis 43 Familien. Bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von zwei Stunden pro Woche und Familie ergeben sich daraus 2600 Stunden geschenkte Zeit im Jahr. „Und dieses wissen die Familien sehr zu schätzen“, weiß SkF-Geschäftsführerin Marga Bahlmann.

Jetzt sucht der SkF Cloppenburg wieder neue Familienpaten. Interessierte sind zu einem Infoabend für Donnerstag, 20. Juni, 19 Uhr, ins Mehrgenerationenhaus an der Löninger Straße 16 in Cloppenburg eingeladen. Anmeldungen und weitere Infos unter t 0 44 71/ 9 58 28 90 oder E-Mail skf-cloppenburg.de. Fachkräfte des SkF stellen beim Infoabend das Konzept vor, aktive Familienpaten berichten von ihrer Tätigkeit.

Eine dieser aktiven Familienpaten ist Monika Frerichs. Sie ist schon seit vielen Jahren dabei und berichtet überwiegend Gutes: „Es macht riesig Spaß, auf so viele unterschiedliche Menschen zu treffen.“ Frerichs kommt nicht nur in die Familien, sondern nimmt deren Kinder auch gerne einmal mit zu sich nach Haus – „aufs Land nach Bethen“. Viel Freude machen ihr auch Familien, zu denen sie nicht mehr kommt: „Sie begegnen einem mit Herzlichkeit, wenn man sie mal trifft. Das tut gut.“

Lesen Sie auch : Serie Ehrensache – Patinnen stärken Familien in holpriger Zeit den Rücken


Familienpaten – das betont SkF-Geschäftsführerin Bahlmann ausdrücklich – dürften im Gegensatz zu hauptamtlichen Kräften durchaus eine Beziehung mit ihren Klienten eingehen. Die Situation in der Familie werde durch eine Familienpatin „nicht groß verändert“. Die Hilfe sei immer punktuell und auf Zeit: von zwei Monaten bis zu einigen Jahren.

Um selber gut gerüstet zu sein, werden die Ehrenamtlichen von den hauptamtlichen SkF-Mitarbeiterinnen in regelmäßigen, monatlichen Austauschtreffen begleitet und geschult. 2018 gab es zusätzlich folgende Angebote: Handysprechstunde, Argumentationstraining gegen Fremdenhass, kultursensibler Umgang in ausländischen Familien sowie Prävention zur Stärkung des Kindeswohls und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch.

Hier finden Sie unsere Serie „Ehrensache“ über ehrenamtlich Tätige in der Region.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland