Cloppenburg - Der technische Fortschritt macht auch vor dem Cloppenburger Rathaus nicht Halt: Ein sogenanntes Self-Service-Terminal steht jetzt im Bürgeramt. Ab sofort können Bürger ihre persönlichen und biometrischen Daten über das Gerät im Wartebereich eigenständig eingeben. „Unsere Bürger sparen dadurch Zeit, sie können die Wartezeit nutzen, um ihre Daten schonmal einzugeben“, erklärt Sprecherin Friederike Bockhorst. Die Mitarbeiter des Bürgeramts müssten die Daten dann nicht alle selbst eingeben, sondern nur abgleichen und würden dadurch entlastet. „Der ganze Prozess geht dadurch schneller.“
Fingerabdruck und Foto
Das Terminal führt den Nutzer laut Stadtverwaltung leicht verständlich durch das System und erfasst zusätzlich die biometrischen Daten des Antragsstellers. Das Einlesen des Fingerabdrucks ist für Personalausweise freiwillig, außerdem fotografiert das Gerät. Für die Nutzung des Self-Service-Terminals inklusive der Erstellung des Passfotos wird eine Kostenpauschale von acht Euro erhoben. Diese Gebühr wird erst dann fällig, wenn der Bürger nach Eingabe seiner Daten im Self-Service-Terminal im Bürgeramt die Beantragung des Dokumentes vornimmt. Laut Friederike Bockhorst kann das Terminal nur genutzt werden, wenn auch ein Foto gemacht wird.
Gar nicht erfreut über diese technische Entwicklung ist die Cloppenburger Fotografin Vera Wirth. 12,50 Euro kosten bei ihr handgemachte biometrische Passfotos für Ausweise und Pässe. „Gegen acht Euro komme ich nicht an, das wird bestimmt Einbußen geben.“ Es sei auch möglich, dass sie dann diesen Service einstellen müsste. „Bisher habe ich diese Bilder nur dafür gemacht“, sagt sie.
Automat kein Muss
Bürger, die den neuen Service nicht nutzen möchten, können Ihre Daten weiterhin über die Mitarbeiter im Bürgeramt in das System eingeben lassen. Sie können ein biometrisches Bild mitbringen oder ihr Foto direkt über die Cloppenburger Fotostudios per E-Mail an das Bürgeramt schicken lassen. „Der Vorteil beim Fotografen ist natürlich, dass die Bilder ausgedruckt werden“, sagt Friederike Bockhorst. So können sie noch einmal genutzt werden, zum Beispiel für Visa.
Das Terminal hat die Stadt nichts gekostet. „Das ist ein Service der Bundesdruckerei“, erklärt Sprecherin Bockhorst. Die Gebühr von acht Euro geht zu sieben Achteln an die Bundesdruckerei, die damit die Aufstellung der Geräte finanziert. Den Rest behält die Stadtverwaltung für den Betrieb (Strom, Wartung) des Terminals.
Gut daran sei auch, dass sich das Gerät auf die Körpergröße einstelle – von 1,20 bis 2 Metern. „Das haben wir schon mit einem unserer großen Mitarbeiter getestet“, verrät Bockhorst. Für Kinder soll noch ein Hocker oder kleiner Stuhl besorgt werden.
