CLOPPENBURG - Praktische Probleme des Baurechts sowie Möglichkeiten zur energetischen Sanierung von Altbauten haben jetzt im Mittelpunkt der Entwurfsverfassertagung im Kreishaus Cloppenburg gestanden. Daran nahmen rund 140 Architekten, Bauingenieure, Bautechniker und Handwerksmeister teil. Zu der Tagung hatte das Bauamt der Kreisverwaltung alle im Landkreis Cloppenburg tätigen Entwurfsverfasser eingeladen.

Leitender Baudirektor Georg Raue wies auf die anstehende Novellierung der Niedersächsischen Bauordnung hin, die voraussichtlich in 2011 in Kraft treten werde. Unter anderem sei geplant, die Funktion eines Bauleiters einzuführen und den Bereich der genehmigungsfreien oder im vereinfachten Verfahren zu genehmigenden Bauvorhaben auszuweiten.

Einen Überblick über die Entwicklung der Bauantragszahlen gab der Leiter des Bauamtes, Hartmut Günster. In 2010 seien beim Kreisbauamt bis einschließlich September insgesamt 1508 Bauanträge eingegangen. Rechne man die noch bis zum Jahresende zu erwartenden Anträge hinzu, würde voraussichtlich in etwa das Niveau des Vorjahres (1996 Anträge) erreicht werden. Die Bauanträge teilten sich auf in 581 Wohnungsbauanträge, 320 Gewerbebauten und 607 landwirtschaftliche Bauvorhaben. Hinter den Bauanträgen des Jahres 2010 stehe mit den vom Bauamt errechneten Herstellungskosten von rund 179 Millionen Euro ein beachtliches Investitionsvolumen, so der Amtsleiter.

Anhand von Beispielen aus der Praxis erläuterte Abteilungsleiter Klaus Sandmann die rechtlichen Vorschriften zur Geschossigkeit von Wohngebäuden sowie die korrekte Berechnung der Geschoss- und Grundflächenzahlen. Um Standsicherheitsmängel und deren Sanierung ging es in einem weiteren Vortrag von Martin Stammermann, Abteilungsleiter Statik.

Zu dem Schwerpunktthema „Energetische Altbausanierungen“ hatte das Bauamt den Architekten Ulf Brannies aus Oldenburg als Gastreferenten eingeladen. Brannies erklärte, wie Altbauten zu Niedrigenergiehäusern umgebaut werden können. Neben der Energieeinsparung lasse sich durch eine energetische Sanierung auch der Wohnkomfort erheblich steigern.