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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Fachforum In Cloppenburg: Viele Sorgen in regionalen Schweine-Betrieben

06.02.2020

Cloppenburg Oft diktieren die Preise auch die Mienen der Schweinehalter. Die Sauenhalter zeigen sich derzeit munter angesichts der höchsten Ferkelpreise. Und die Mäster sind auf dem „Fachforum Schwein“ in Cloppenburg trotz des boomenden China-Exportes und hoher Preise nicht zufrieden. Die Spezialisierung schürt die Unterschiede.

Die Aufgaben und Herausforderungen für die auch in den Dörfern zur Minderheit gewordenen Landwirte sind enorm. „Aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, meinte Hermann Hermeling, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK/Oldenburg), bei der Eröffnung in Cloppenburg. In der neunten Auflage erwies sich die Veranstaltung in der Münsterlandhalle – mit rund 100 Ausstellern und etwa 1500 Besuchern – erneut als Plattform zur intensiven Information. „Wir wollen verändern, aber uns werden immer wieder Steine in den Weg gelegt“, beklagte Hermeling.

Bei allen Schweinehaltern – ob Sauenhalter oder Mäster – türmen sich Probleme. Kupierverbot, Kastration, Kastenstände – die „drei K“ werden seit Wochen ergänzt um die Seuchenproblematik, aber auch um die Nitrat-Messstellen und die verbundenen Einschränkungen der Düngerausbringung. „Aber Bio-Sicherheit, nährstoffarme Fütterung, Flüssigmistverwertung auf dem Hof – all das steht im Fokus der Landwirte“, sieht Hermeling die Bauern besser gestellt als von vielen kritisiert.

Kaum ein Thema erregt die Gemüter der Landwirte, das wurde auch in Cloppenburg deutlich, aktuell so sehr wie die geplanten Verschärfungen im Düngerecht. Im Fokus stehen die roten Gebiete mit hohen Nitratwerten im Grundwasser. Hier will Berlin die Stickstoffdüngung pauschal um zwanzig Prozent unter den pflanzlichen Bedarf kappen. „Das muss weg, das ist Schwachsinn“, meint Niklas Pott aus Westrum, ein Schweinemäster mit 900 Plätzen.

Im Kreis Vechta fallen schon jetzt mehr als 50 Prozent der Kreisfläche in rote Gebiete; im Kreis Cloppenburg sind es gar 75 Prozent. Hier werden jährlich mehr als fünf Millionen Schweine gemästet und gar zehn Mio. geschlachtet. Der Landvolkverband will jetzt klagen, weil nach seiner Meinung das Messnetz die Nitratgehalte im Grundwasser nicht repräsentativ abbildet.

Viele Bauern müssten die Tierzahlen radikal reduzieren. Einig sind sie, die vor dem sogenannten „Schweine-Steak-Gipfel“ angebotene „Bauern-Milliarde“ abzulehnen.

Auch das ist Gesprächsthema beim Fachforum: Im Kreis Cloppenburg gibt es kaum noch Baugenehmigungen für Ställe. Selbst Erweiterungen und Umbauten sind rar. Es fehlen die Vorgaben. Stallmaße, Tierzahlen, Filter-Erlass, Kastenstand, Ferkelbuchten – ungeklärte Fragen.

Thema bei der LWK-Veranstaltung waren aber auch Thesen der Verbraucher und Tierschützer. Über den Stall der Zukunft sowie das Tierwohl und die Digitalisierung diskutierten Experten. Der Schwabe Josef Gelb stellte seinen emissionsarmen Außenklima-Stall – inzwischen als „Schweinehotel“ bekannt – vor, Prof. Eberhard Hartung von der Uni Kiel befasst sich mit Möglichkeiten der Emissionsminderung.

Thema Nr. 1 war dabei neben der Nitrat-Problematik der Schweinepreis. „Die Preise sind ja im Moment in Ordnung, wenn uns die Afrikanische Schweinepest nicht hineingrätscht“, sagt Hermeling, selbst Sauenhalter im Emsland. Er zeigte, auch angesichts der steigenden Ferkelpreise, eine zufriedene Miene.

Andere sprachen offen über ihre Sorgen. Ludger Preuth (Bösel) etwa hat 2800 Schweine-Mastpätze. Bei derzeitiger Rechnung bleibe „bei der Mast nichts hängen“. Aber er hat auch Ferkel. Wenn die „roten Gebiete“ bleiben, muss er abstocken – oder mehr Flächen kaufen oder pachten. Es bleibt der Gülle-Transport. „Aber ein Kubikmeter kostet jetzt auch 15 Euro“.

Nachbar Hans Schöning rechnet bei der Mast ähnlich. „Aber die Ferkelerzeuger haben jahrelang gelitten – jetzt sind sie auch mal an der Reihe“, findet er.

Elmar Preuth aus Friesoythe-Pehmertange hat keine Flächen im „roten Gebiet“. Aber die Erlöse der 900 Schweinemastplätze sind „kaum vorhanden“, auch wenn der relativ hohe Preis das suggeriere. Niklas Pott ist nicht unzufrieden, schließlich habe er die Ferkel gekauft, als sie noch unter 60 Euro notierten. Jetzt sind es oft einige Zehner mehr. „Und es bleibt ja nicht so“. An Abstockungen mag er nicht denken – die Dünger-Verordnung müsse geändert werden.

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