CLOPPENBURG - Vor zehn Jahren gab es noch 400 Plätze pro Neubau. Expansion sei aber nicht gleichzusetzen mit einer Vergrößerung des Einkommens, warnen Experten.

Von Bodo Meier

CLOPPENBURG - Das „Fachforum Schwein“ ist nach Ansicht der Landwirtschaftskammer (Lwk) Niedersachsen auch in diesem Jahr ein voller Erfolg gewesen. „Dabei hat das Interesse den 80 Ausstellern genauso gegolten wie den Fachvorträgen“, sagte Dr. Ludwig Diekmann.

Der rasante Anstieg von Mastplätzen in der Stallentwicklung berge ein hohes Risiko, verdeutlichte Lwk-Mitarbeiterin Ruth Beverborg in ihrem Referat über die „Entwicklungsmöglichkeiten für Schweinemastbetriebe“. In den vergangenen zehn Jahren sei im Kreis Vechta die Zahl der Mastplätze von 400 auf 1400 pro neugebautem Stall gestiegen. Dabei setzten sich viele Betreiber – so Beverborg weiter – durch den Einsatz von mehr als 70 Prozent Fremdkapital finanziellen Risiken aus. Darüber hinaus stießen Schweinemäster in viehintensiven Regionen immer häufiger an ihre Grenzen. Überhöhte Pachtpreise von 600 Euro pro Hektar und Kosten für die Gülleverwertung von sieben Euro pro Kubikmeter belasteten die Bilanz. Wachstum solle nicht als Vergrößerung der Produktion, sondern als Mehrung des Einkommen verstanden werden, rät Beverborg den Mästern.

Über das Thema „Tierseuchenbekämpfung“ sprach Dr. Dietrich Rassow vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. An eine wünschenswerte Strategie zur Seuchenbekämpfung knüpfe er die Kriterien „ethisch vertretbar“, „kostengünstig“ und „schnell“. Die neue Diagnosetechnik namens „Polymerase-Ketten-Reaktion in Echtzeit“ (real-timePCR) sei der Schlüssel zu einer Reihe von Strategien, die Erregerfreiheit von Einzeltieren und sogar ganzer Bestände und Gebiete sicher nachzuweisen. Dadurch wäre das Töten einer großen Anzahl von gesunden Tieren vermeidbar.

„Was fordert die Praxis von der Schweinezucht der Zukunft?“, lautete das Thema von Professor Dr. Horst Brandt von der Justus-Liebig Universität Gießen. Falk Herold sprach über die „Entwicklung und das Management eines Großbetriebes“.


Unter den zahlreichen Zuhörern saßen auch viele junge Leute. So auch Maike Wübbels aus Vechta. Sie ist Schülerin der Justus-von-Liebig-Schule und lernt dort Agrarwirtschaft.