CLOPPENBURG - Ein kulturhistorisch neues Kapitel hat das Museumsdorf in Cloppenburg aufgeschlagen: An diesem Dienstag wurde die wiedererrichtete Stellmacherei Ahrens aus Westerstede für das Publikum freigegeben. Die von der Familie in drei Generationen von 1890 bis 1968 betriebene Stellmacherwerkstatt ist nur der erste Schritt: In unmittelbarer Nachbarschaft soll auch das ehemalige Wohnhaus des Stellmachers eine Schenkung eines Mäzens wieder erstehen, um das ammerländische Ensemble im Museumsdorf zu komplettieren.
Das Wohnhaus ist aus bauhistorischer Sicht sogar der Clou, wie Museumsdirektor Professor Dr. Uwe Meiners am Dienstag zur Eröffnung gegenüber der Familie Ahrens, Förderern und Politikern betonte. Dr. Hermann Kaiser als Projektleiter hat mit seiner wissenschaftlichen Spürnase (Meiners) herausgefunden, dass das Wohnhaus aus dem Jahre 1566 stammt und damit zu den ältesten überlieferten Profangebäuden der Stadt Westerstede zählt. Bekanntlich hatte dort ein verheerendes Feuer Anfang des 19. Jahrhunderts den größten Teil der bis dahin überkommenen Fachwerkhäuser vernichtet.
Bis auf die ursprüngliche Kokerwindmühle aus Edewecht und später Altenoythe stand bislang kein Gebäude im Freilichtmuseum aus dem Ammerland und damit aus der Kernregion des Oldenburger Landes.
