Cloppenburg/Garrel - Post des Netzbetreibers Tennet sind Grundstücksbesitzern im Bereich Tweel bereits vor einiger Zeit ins Haus geflattert. Tennet möchte dort Flächen ankaufen für ein mögliches Umspannwerk. Der Netzbetreiber plant, wie berichtet, mit der Errichtung von zwei Umspannwerken in Garrel/Tweel und Nutteln.
Diese Umspannwerke könnten nun aber deutlich kleiner werden als geplant. Das bestätigte Janina Schultze, Bürgerreferentin bei Tennet, im Gespräch mit der NWZ. Hintergrund ist, dass – wie berichtet – zwei von ursprünglich drei geplanten Offshore-Anbindungsleitungen von Cloppenburg ins Emsland verlegt werden. Das hatte die Bundesnetzagentur jetzt beschlossen und war damit auch Forderungen des Landkreises Cloppenburg gefolgt. In den beiden Umspannwerken müsste so weniger Platz für die Konverterstationen aus der Offshore-Anbindung vorgehalten werden. Pro Konverterstation wird mit einem Flächenbedarf von rund fünf Hektar gerechnet. Für ein Umspannwerk wurde bislang mit einem Flächenverbrauch von 20 bis 25 Hektar gerechnet. Bislang war in den beiden Umspannwerken Platz für jeweils zwei Konverterstationen vorgesehen gewesen.
Die Tennet plant aber weiterhin mit zwei Umspannwerken im Kreis, um den in den Windkraftanlagen produzierten Strom abzutransportieren. An welchem der beiden von der Tennet präferierten Standorte in der Gemeinde Garrel oder Nutteln die Konverterstation errichtet werden soll, sei derzeit noch nicht klar, so Schultze weiter. Das hänge auch von Grundstücksverhandlungen ab.
Die Tennet hatte in den vergangenen Wochen hunderte Briefe an Grundstückseigentümer im Suchraum für die Umspannwerke verschickt. „Wir haben schon viel Flächenangebote erhalten“, sagte Schultze. Auch die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) unterstütze bei der Suche. Nun würden Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt.
Mit dem Flächenankauf werden aber längst keine Nägel mit Köpfen gemacht. Die Tennet trage das „unternehmerische Risiko“, wie Bernhard Heidrich vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg betont. Denn letztlich entscheide das Amt als zuständige Planfeststellungsbehörde, wo die Trasse entlanggehen wird und wo die Umspannwerke gebaut werden können.
Tennet möchte die 380-kV-Leitung entlang der bestehenden 220-kV-Trasse verlegen. Sollte das Umspannwerk im Bereich Tweel gebaut werden, würde die 380-kV-Stromtrasse westlich von Beverbruch in Richtung Tweel abzweigen. Der Standort Tweel ist deshalb „netztopologisch gut geeignet“, weil dort mehrere 110-kV-Leitungen zusammenlaufen, die den Strom aus den Windenergie-Anlagen transportieren. Dieser soll im Umspannwerk gebündelt auf die 380-kV-Leitung gehen und Richtung Süden abtransportiert werden.
Denkbar sei aber auch eine Erdverkabelung zu diesem möglichen Umspannwerk, betonte Heidrich. Das könne das ArL anordnen.
