CLOPPENBURG - Cloppenburg braucht schnellstmöglich Krippenplätze mit einem flexiblen Angebot von früh morgens bis spät abends. Das brachte das scheinbar unspektakuläre vierte Cloppenburger Stadtgespräch zum Thema „Zukunft der Kinderbetreuung in Cloppenburg“ am Mittwochabend im Rathaus an den Tag.
Helmut Themann, Vorsitzender des Kuratoriums Sankt-Josefs-Stift, sagte es deutlich. Das Angebot des Krankenhauses, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, reiche nicht mehr aus. Derzeit seien 85 Prozent der 700 Mitarbeiter Frauen, 54 Prozent in Teilzeit. Und die Familie falle heute als flexibler Unterstützer immer häufiger aus, bedauerte Themann. Im Krankenhaus arbeiteten die Mütter im Schichtdienst, der eine Krippenzeit von 5.45 Uhr bis 21 Uhr von Nöten mache. „Das kann keine normale Krippe leisten“, so der Kuratoriumsvorsitzende.
Um qualifiziertes Personal nach Cloppenburg zu holen oder zu halten, sei die Klinik aktiv geworden, ein Angebot für die Familien herbeizuführen. Allerdings gestand Themann ein, dass das Krankenhaus hierfür Partner benötige. Allein könne das Haus eine Krippe weder personell noch finanziell stemmen.
Bedarf an Krippenplätzen begründete auch der Kirchenälteste der evangelischen Kirche Cloppenburg, Harry Lüdders. Eine Erhebung auf Initiative der Eltern der Schwedenheim-Kindergartenkinder mache auch dort den Wunsch nach einer Krippe deutlich. Von 125 Fragenbögen seien 96 beantwortet worden. Als Ergebnis stehe ein Bedarf von 16 Krippenplätzen und 52 Plätzen für eine Ganztagsbetreuung. Lüdders hob hervor, „dass das Erbe des Schwedenheims eine Verpflichtung pro Kind darstellt“.
Neben Themann hatte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese mit Nancy Henke, Vorsitzende des Tagesmüttervereins, Hedwig Meyer-Rau, Leiterin des städtischen Kindergartens Sonnenblume, Sabine Hodde-Bretzke, niedersächsisches Kultusministerium Fachdienst Oldenburg, Norbert Schilmöller, Leiter städtisches Familienbüro, noch weitere Fachleute zum Thema vorgestellt, die aus ihrem Bereich über die Kinderbetreuung berichteten.
„Wir haben eine Zukunft. Wir haben ein Konzept für die Kinderbetreuung in Cloppenburg auf den Weg gebracht“, sagte Bürgermeister Wiese und betonte, dass es öffentliche Mittel lediglich für die Betreuungsplätze geben könne, für die auch die Notwendigkeit bestehe. Dies bedeute, dass es nur öffentliche Zuschüsse gebe, wenn die Eltern berufstätig seien. Eltern, die ihre Kinder lediglich in eine Gruppe geben möchten, damit der Nachwuchs mit Gleichaltrigen zusammen sei, müssten hierfür selber aufkommen. Die flexible, flächendeckende Betreuung sei derzeit im Landkreis nur mit Hilfe der Tagesmütter möglich, unterstrich Wiese.
