CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - 10 500 Patienten werden pro Jahr im Cloppenburger Sankt-Josefs-Hospital stationär versorgt. Zwar kümmern sich rund 60 Ärzte um die Kranken, aber Menschen mit arteriellen Durchblutungsstörungen müssen immer noch zwei Monate auf ihre Behandlung warten. Das soll sich ändern. Das Kuratorium hat Dr. Wojciech Marek Klonek als Chefarzt mit den Schwerpunkten arterielle Chirurgie, Aneurysma und Diabetes engagiert und an die Seite von Dr. Herms Hungerbühler gestellt. Hungerbühler arbeitet seit 1989 als Gefäßchirurg in der Cloppenburger Klinik und will in knapp drei Jahren in den Ruhestand gehen.
Dr. Wojciech Marek Klonek ist 48 Jahre alt und gebürtiger Stettiner. Der Pole ist mit seiner Frau, die als medizinisch-technische Assistentin in der Radiologie arbeitet, noch weit vor dem Mauerfall aufgrund der politischen Lage und der Arbeitsbedingungen in Polen nach Deutschland übergesiedelt. Ihre beiden Kinder studieren in Mannheim und Heidelberg.
Klonek hat von 1977 bis 1983 an der Medizinischen Hochschule in Stettin studiert. Von 1984 bis 1989 arbeitete er als Assistenzarzt in Landsberg, war danach als Gastarzt in Lübeck tätig. 1990 erlangte der Mediziner seine Approbation in Deutschland, war danach in Krankenhäusern in Soest, Lüne und als Sektionsleiter in Ludwigshafen tätig. In letzterer Stadt hat die Familie auch noch ihren Wohnsitz, den sie bald jedoch in Cloppenburg nehmen wird. Im Jahre 2000 wurde Klonek die Doktorwürde verliehen.
Für Dechant Alfons Kühling, den Vorsitzenden des Kuratoriums des Sankt-Josefs-Hospitals, der den neuen Chefarzt gestern in einer Feierstunde der Belegschaft offiziell vorstellte, war die Entscheidung unter mehreren Bewerbern zugunsten Kloneks stimmig. Er lobte an dem polnischen Mediziner das hohe Spektrum seiner operativen Erfahrungen, seine Kooperationsfähigkeit, seine Führungsqualitäten und seine klaren Vorstellungen einer leitenden Tätigkeit. Dieses Bündel und die Bereitschaft, in einem Kollegialsystem Verantwortung zu übernehmen, hätten letztlich den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Und natürlich habe auch die Überlegung eine Rolle gespielt, wie die Gefäßchirurgie in der Klinik künftig aussehen solle.
