CLOPPENBURG - CLOPPENBURG - Im Gegensatz zu den deutschen Fußballern befinden sich die deutschen Bäcker offenbar schon lange in WM-Form. „Das Bäckerhandwerk ist weltmeisterlich. Wir bieten eine große Vielfalt an, haben eine gute Qualität und verfügen über einen hohen Standard.“ So hat es am Mittwochabend der stellvertretende Obermeister der Bäcker-Innung im Kreis Cloppenburg, Manfred Meyer-Diers aus Essen, formuliert. „Weltmeister-Brötchen“ geben es auch schon lange. Einem möglichen Streit um diesen Namen mit dem Weltfußballverband Fifa anlässlich der bevorstehenden Weltmeisterschaft sehen die Bäcker aus dem Kreis Cloppenburg gelassen entgegen. „Dann erfinden wir bestimmt einen neuen Namen, der vielleicht noch besser ist“, meinte Obermeister Bernhard Kurre aus Cloppenburg. Letztlich sei das Produkt für den Erfolg entscheidend.

Sowohl Kurre als auch Meyer-Diers sind von den Innungskollegen in ihren Ämtern bestätigt worden. Bernhard Kurre ist seit sechs Jahren Obermeister und geht nun in seine dritte Amtszeit. Als Lehrlingswart ist weiterhin Dieter Kruse aus Lindern tätig, als Beisitzer Franz Sieverding aus Bevern. Zweiter Beisitzer ist jetzt Antonius Münzebrock junior aus Löningen, der seinen Vater abgelöst hat.

Antonius Münzebrock senior gehörte 21 Jahre lang dem Vorstand der Bäcker-Innung an und erhielt für sein ehrenamtliches Engagement die Verdienstmedaille in Silber der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg.

Nach Aussagen von Kurre verzeichnen die Bäcker im Landkreis einen stabilen Umsatz. Der Gewinn werde zwar derzeit durch die hohen Energiepreise teilweise aufgefressen, dennoch schaue sein Handwerk optimistisch nach vorne – auch was den Konkurrenzkampf mit der industriellen Brot- und Brötchenfertigung angeht. Den Wettbewerb mit den Tankstellen um den Brötchenverkauf haben die Bäcker laut Kurre gewonnen. „Wir haben den Sonntagsumsatz zurückerobert.“

Die 29 Innungsbetriebe im Kreis Cloppenburg bilden pro Jahr etwa 15 Bäcker und 15 Bäckereifachverkäuferinnen aus. Bei der Ausbildung zum Bäcker ist nicht mehr nur das klassische Handwerk gefragt, sondern zunehmend auch die Maschinenführung. Nach Darstellung von Meyer-Diers bietet der Beruf gute Aufstiegschancen an. Neben dem Meistertitel könne auch der Ingenieurtitel erlangt werden.