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Innenstadtsanierung Altstadt-Center soll Mühlenstraße retten

CLOPPENBURG - Zur Sanierung und Attraktivierung der Mühlenstraße haben der Kaufmann und Anlieger Heinz-Jürgen Grimme sowie Architekt Heinz-Peter Wernicke einen Masterplan vorgelegt. Einen Investor – so Grimme – gebe es. Den Namen wollte er freilich nicht preisgeben.

Viel Platz

Dieser sieht zum einen gegenüber dem St.-Josefs-Hospital ein 3600 Quadratmeter großes Einkaufszentrum unter dem Arbeitstitel „Altstadt-Center“ vor. Im Erdgeschoss können verschiedene Einzelhandelskonzepte Einzug halten, in den drei darüberliegenden – je 1700 Quadratmeter großen – Geschossen sind Arztpraxen, Büros, krankenhausnahe Dienstleistungen oder eventuell ein Hotel geplant. Das oberste Geschoss könnte 1600 Quadratmeter für exklusive Penthäuser zur Verfügung stellen. Die Front des Gebäudes soll die Kleinteiligkeit der Mühlenstraße fortsetzen.

Rückwärtige Erschließung

Verkehrlich angebunden wird das Altstadt-Center über die – jüngst von der CDU-Stadtratsfraktion ins Spiel gebrachte – rückwärtige Erschließung der Mühlenstraße. Dabei entstehen – so der Plan – 82 neue überdachte Parkplätze, während die Erschließungsstraße auf das Niveau des jetzigen Krankenhaus-Eingangs führt und hier circa 120 Auto-Stellflächen barrierefrei erreicht. Dieses Parkdeck in der ersten Etage soll gleichzeitig als Passage entwickelt werden – mit einer Sichtachse von der Mühlenstraße bis zur Kapelle des Krankenhauses.

An dieser Stelle gibt es allerdings ein großes Problem. Das Krankenhaus, das – wie berichtet – 25 Millionen Euro in eine Sanierung steckt, will im Zuge der Umbauten seinen Haupteingang auf die Gebäuderückseite in den Innenhof verlegen. „Für das Einkaufscenter sind aber die jährlich 700 000 Besucher des Hospitals eine wünschenswerte Frequenz“, sagt Grimme. Deshalb sei es erstrebenswert, dass der Krankenhaus-Haupteingang an dieser Stelle erhalten bleibe.

Dafür könnte das geplante „Altstadt-Center“ auch dem Krankenhaus einen nicht unerheblichen Vorteil verschaffen. „Da das neue – sich im Bau befindliche – Ärztehaus bereits komplett vermietet ist, könnten weitere Angebote und Leistungen im ,Altstadt-Center’ Platz finden“, so Grimme. Entsprechende Parkplätze – 150 an der Zahl – seien auf dem ersten Parkdeck vorgesehen, direkt vor dem Eingang des Hospitals.


Brücke erforderlich

Für die rückwärtige Erschließung der Mühlenstraße ist – wie bereits im entsprechenden Fachausschuss des Stadtrates thematisiert – eine Brücke über die Soeste erforderlich. „Zum einen wird der Verkehr aus dem Norden der Stadt auf den Bürgermeister-Heukamp-Parkplatz geführt und zum anderen die stark befahrene Soestenstraße entlastet“, ist sich Grimme sicher. Des Weiteren sieht das Konzept einen rund 1600 Quadratmeter großen Elektromarkt hinter dem Spielhallen-Internet-Café (an der Passage Deutsche Bank) und dem News-Café vor.

Stadt-Konzept konkurriert

Probleme könnten dem Kombi-Konzept „Altstadt-Center/Elektromarkt“ von Seiten der Stadtverwaltung drohen. Diese will – wie berichtet – den Elektromarkt auf dem Gelände der ehemaligen Aral-Tankstelle an der Soestenstraße bauen und auf der gegenüberliegenden Seite direkt an der Soeste den geplanten Supermarkt. Beide Projekte – das der Stadt und das des Duos Grimme/Wernicke – könnten nebeneinander nicht existieren. Sollte sich das Ansinnen der Stadt durchsetzen, wäre der Plan der Mühlenstraßen-Anlieger tot. Allerdings – so Grimme weiter – habe er bei der Vorstellung seiner Pläne in den Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und UWG bereits „viel Zuspruch und positive Reaktionen“ erhalten.

Cloppenburg – glaubt Grimme – brauche eine sanierte Mühlenstraße nicht nur, um das zurzeit eher bescheidene Bild der Meile zu beseitigen, sondern auch, um sich die Konkurrenz vom Leibe zu halten: „Vechta rüstet zurzeit mächtig auf, und Cloppenburg sollte hier wirklich auf der Hut sein.“ Das neue „Altstadt-Center“ sorge mit dafür, dass Cloppenburg die „gewünschte Anziehungskraft aus dem Umland“ erfahre.

Unter dem Arbeitstitel

„Solarwald Mühlenstraße“ fungiert die komplette Überdachung der Einkaufsmeile. 15 Meter hohe – filigrane – Ständer nehmen das Dach auf, das zur Südseite mit Photovoltaik und zur Nordseite mit einer offenen Verglasung bestückt werden soll. Die Entwässerung erfolgt durch das Ständerwerk – eventuell mit Zisternen im Boden. „Circa 30 Prozent der Investitionssumme würde durch den ins Netz eingespeisten Photovoltaik-Strom wieder reinkommen“, rechnet Kaufmann und Anlieger Heinz-Jürgen Grimme.
Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland
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