CLOPPENBURG - Der Quelle-Konzern wird abgewickelt. Rund 10 500 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Auch für Doris Müller endet damit ein Lebensabschnitt.

Seit Februar 2004 betreibt die gebürtige Emstekerin einen kleinen Quelle-Shop in der Bahnhofstraße. Seit Mittwoch könne sie keine Ware mehr beim Versandhaus bestellen, wurde ihr in einer E-Mail mitgeteilt. „Die Informationen fließen sehr schleppend“, erzählt die 50-Jährige, die wegen ihres Jobs nach Cloppenburg gezogen war. Kunden könnten aber noch per Internet oder Telefon Waren bestellen. Das ärgert sie, gehen ihr so doch Aufträge „durch die Lappen“.

Seit Juni seien die Shopbetreiber hingehalten worden, dabei sei die Entwicklung doch abzusehen gewesen, klagt Doris Müller. Dass es aber nun so schnell zu einer Abwicklung des Traditionsunternehmens gekommen ist, damit hat auch sie nicht gerechnet. „Ich hatte gehofft, dass ich wenigstens bis zum Januar weitermachen kann“, sagt sie. Denn die Wochen vor Weihnachten seien immer die umsatzstärksten im Jahr gewesen.

Statt ein Geschäft zu machen, muss Müller für die Monate November und Dezember nun die Miete für das 90 Quadratmeter große Geschäft bezahlen, ohne Umsätze zu generieren. Andere Betreiber hätte es härter getroffen, sagt Müller; denn sie hatte vorsorglich bereits im Juni den Mietvertrag gekündigt. In der nächsten Woche plant sie einen Abverkauf der restlichen Ware. Wie ihre persönliche Zukunft aussieht, weiß Doris Müller noch nicht.