CLOPPENBURG - Unter dem Motto „Bunter, älter, weiblicher – Frauen gestalten den demografischen Wandel“ hat der diesjährige Internationale Frauentag gestanden. Am Donnerstagabend kamen 190 Frauen auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Dr. Christina Neumann, und der VHS-Frauenrunde ins Kreishaus, um diesen Tag gemeinsam zu feiern. „Der demografische Wandel ist der Mega-Trend unserer Zeit und auch im Landkreis Cloppenburg angekommen“, betonte Neumann in ihrem Einführungsreferat.
Die Änderung der Altersstruktur werde in den nächsten Jahrzehnten einen gravierenden sozialen Wandel zur Folge haben. Das familiäre und gesellschaftliche Zusammenleben werde in Zukunft bunter und vielfältiger werden, ist sich Neumann sicher. So seien der Fachkräftemangel und der verstärkte Wettbewerb um Führungskräfte auch eine Chance für gut ausgebildete Frauen. Um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, seien allerdings eine flexiblere Gestaltung von Teilzeit-Arbeitsplätzen und eine entsprechende Anpassung der Betreuungszeiten von Kleinkindern notwendig.
Die 16-jährige Syrerin Helan Hussein berichtete eindrucksvoll von dem Leid der syrischen Bevölkerung und ihren ganz persönlichen Sorgen um Familienangehörige. Gemeinsam mit der 15-jährigen Sarah Urbansky bat sie um Spenden für das Projekt „Medizinische Hilfe für Frauen und Kinder in Syrien“. Zur Unterstützung dieser Hilfsaktion verkauften sie mit weiteren Schülerinnen der Haupt- und Realschule Pingel Anton in der Pause selbst gemachte Leckereien.
In einem kleinen Gesprächskreis wurden unterschiedliche Sichtweisen auf das Thema des Abends angesprochen. Die Kreisvorsitzende der Landfrauen, Ursula Ahrens, machte deutlich, wie wichtig die Rolle der Frau bei der aktiven Gestaltung des ländlichen Lebensumfeldes sei. Gabriele Hübener vom Projekt „Intergeneratives Wohnen“ aus Oldenburg zeigte auf, dass das Leben von mehreren Generationen unter einem Dach viele Vorzüge biete, aber natürlich nicht ohne Reibungspunkte verlaufen könne. Theresia Klinke vom Piusstift Cloppenburg berichtete von ihren Erfahrungen im Zusammenleben von Senioren. Erna Dorsch erläuterte die Forschungsansätze des Zentrums „Altern und Gesellschaft“ der Universität Vechta. Die Jüngste in der Runde, die Abiturientin Mareike Sprock, betonte, dass sie sich nicht als Verliererin des demografischen Wandels betrachte. Für sie sei es selbstverständlich, ihren Eltern später die gleiche Unterstützung zu gewähren, die sie von ihren Eltern auch erfahren habe.
Auch musikalisch zeigte der Frauentag seine Vielfältigkeit. Zunächst begeisterte die Bigband des Clemens-August-Gymnasiums „Cajazzo“ unter der Leitung von Thomas Stanko die Besucherinnen mit ihrem mitreißenden Jazz- und Bigband-Sound. Anschließend erntete der Frauenchor Cloppenburg unter der Leitung von Lilja Malinowski für seinen Auftritt viel Beifall.
