CLOPPENBURG - Fassade und Auffahrten sind noch nicht fertig, aber in den Büros der Hubert Zumbrägel GmbH an der Westallee 80 im Cloppenburger Westen wird kräftig gearbeitet. An der Wand hängt eine große Karte von Russland, Weißrussland, den GUS-Staaten insgesamt. Um einige Orte ist ein schwarzer Kreis gezogen, dort ist Hubert Zumbrägel im Einsatz.
Das Geschäftsgebiet der Firma: Sie vermittelt Aufträge aus der Stahl- oder Automobilindustrie und der Petrochemie aus diesen Ländern an deutsche Unternehmen, schreibt Aufträge aus, unterstützt im Genehmigungsverfahren. Weiterhin wird an der Westallee 80 mit Industrieersatzteilen gehandelt.
Zeichnungen, Verträge, Bilder – die Daten, die Hubert Zumbrägel jeden Tag über den Erdball verschickt, sind groß. Das Problem: Mit seiner derzeitigen ISDN-Leitung erreicht er nur Geschwindigkeiten von 600 Kilobyte pro Sekunde – bei weitem nicht genug. Intensive Gespräche zwischen der Stadt und Zumbrägel habe es bereits gegeben. Nun wollen EWE Tel und EWE Netz, beides Tochterfirmen des Energieversorgers EWE AG, für schnelle Datenverbindungen im Gewerbegebiet „Westallee“ sorgen.
Bis zu 50 Megabit pro Sekunde soll die so genannte VDSL-Verbindung, eine verbesserte Ausbaustufe des DSL-Standards, ab Dezember den Geschäftsbetrieben dort bringen, erläuterte Frank Wölbern, Leiter der Geschäftsregion Weser-Ems der EWE Tel.
Ermöglichen soll das das schnelle Glasfaserkabel in Verbindung mit so genannten Kabelverzweigern: Bei klassische DSL-Leitungen über Kupferkabel würden sich immer mehr Nutzer eine Leitung teilen, erläuterte Wölbern. Ergebnis: Die Geschwindigkeit sinkt. Ebenso nimmt die Geschwindigkeit mit zunehmender Länge der Kupferleitung ab. Die EWE Netz setzt nun im Gewerbegebiet darauf, zwischen dem Hauptverteiler und dem Kunden einen Kabelverzweiger mit Glasfasernetz zu integrieren. In diesen Kabelverzweigern – Technikschränke, die an Straßen und Gehwegen aufgestellt werden – werden die Hausanschlussleitungen der einzelnen Kunden zusammengeführt. Erdarbeiten seien zwar nötig, allerdings nur bis zum Kabelverzweiger, nicht in Einfahrten oder Vorgärten.
„Eine schnelle Verbindung ist heute für jeden Handwerksbetrieb wichtig“, sagte der städtische Wirtschaftsförderer Jörg Kalvelage. Hubert Zumbrägel bringt es auf den Punkt: „Es ist wichtig, dass das funktioniert, sonst kann ich meinen Laden hier dicht machen.“
