CLOPPENBURG - Dem 29-jährigen gelernten Telekommunikationselektroniker war gekündigt worden. Er hatte sechs Jahre und vier Monate beim Handyzulieferer Lumberg gearbeitet.

Von Carsten Mensing

CLOPPENBURG - Michael Kluckert aus Cappeln ist arbeitslos – die Kündigung des Cloppenburger Zulieferers Lumberg nach der Pleite des Handyherstellers BenQ traf den 29-jährigen Familienvater aus Cappeln recht unvorbereitet. Schließlich hatte der gelernte Telekommunikationselektroniker lange geglaubt, einen krisensicheren Job bei einem Unternehmen mit guter Marktposition zu haben. Sechs Jahre und vier Monate war Kluckert bei Lumberg beschäftigt.

Mit Hilfe der Agentur für Arbeit hat sich Kluckert jetzt eine neue Perspektive aufgebaut. Er will Tiefbohrfacharbeiter bei Deutschlands führendem Bohrunternehmen – der ITAG – werden. Nach einem Gesundheitscheck und einer zweiwöchigen Vorbereitung bei der Bohrmeisterschule in Celle geht Kluckert nun die praktische Arbeit auf einer Bohrstelle in Visselhövede an. Es entstehen Fahrtkosten, die auswärtige Unterbringung muss ebenfalls finanziert werden. Hierbei unterstützt(e) ihn seine Vermittlerin von der Agentur für Arbeit in Cloppenburg. „Herr Kluckert ist gut ausgebildet, motiviert und mobil. Wir haben die Kontakte und die finanzielle Absicherung während der beruflichen Neuorientierung hergestellt“, erklärt Gisela Lüers.

Kommt es bei der ITAG zu einer Anstellung – und die Aussichten sind gut – muss Michael Kluckert demnächst sieben Tage jeweils zwölf Stunden arbeiten – und das zwei Wochen lang, bevor er dann zwei Wochen frei hat. Für die Mühen – gibt Kluckert zu – würde er freilich auch gut entlohnt. „Man muss in verschiedene Richtungen denken, um schnell wieder einen neuen Job zu finden.“ Mit seinem Beispiel will er, Kluckert, anderen Arbeitslosen Mut machen.

Eine Balance zwischen „Fördern und Fordern“ peilt auch der Leiter der Cloppenburger Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, Thomas Petri, an. Die Arbeitsaufnahme werde z.B. durch die Übernahme von Bewerbungs-, Fahr- und Umzugskosten ebenso gefördert wie durch die Finanzierung von Qualifizierungs- und Trainingsmaßnahmen. Petri: „Je nach Fallgestaltung können auch Eingliederungszuschüsse an Unternehmen gezahlt oder in Einzelfällen auch komplette Umschulungen finanziert werden.“ Es sei – so Petri abschließend – immer besser, die Arbeitsaufnahme zu finanzieren als Arbeitslosenunterstützung zu zahlen.