CLOPPENBURG - Die Ausgliederung der physiotherapeutischen Abteilung vor zehn Jahren in die Ritterstraße 17 war wohl die richtige Entscheidung. Seien damals überwiegend Rehapatienten des Krankenhauses behandelt worden, bestehe heute ein großer Teil aus ambulanten Patienten, erläutert Bereichsleiter Alexander Nickels. Mittlerweile gehe der Trend soweit, dass die Menschen vor einer Erkrankung kämen und sagten: „Ich möchte erst gar nicht krank werden. Ich habe zwar hier und da ein Zipperlein, aber es geht noch.“ Da will man nicht gleich zum Arzt rennen, aber gegensteuern.

Und wie gegengesteuert werden kann, zeigten die Therapeuten am Sonntag den Besuchern beim Tag der offenen Tür zum 10-jährigen Bestehen. Willibald und Irmgard Kohl aus Cappeln ließen sich von Christoph Auer die Geräte in der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) zeigen und probierten einige gleich selber aus. Für ihn sind auch die Öffnungszeiten von Interesse, wenn er neben seinem Beruf etwas für die Gesundheit tun will, machte Kohl deutlich.

Aber nicht nur von der klassischen Therapie aus der Schulmedizin wie Fango, Schlingentisch, allgemeine Krankengymnastik oder Spezielle für Rückenschulung konnten sich die zahlreichen Besucher überzeugen. Ein Stockwerk höher betraten sie eine andere Welt. Gedämpfte Atmosphäre, asiatische Musik und Kerzenlicht ließen die Welt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spüren. Um den Patienten alternative Heilmethoden anbieten zu können, wurde 2001 mit dem Aufbau der TCM begonnen, so Nickels. Die bekannteste Art ist die Akupunktur. Die Abteilung arbeitet eng mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen. Angestrebt wird eine ganzheitliche Behandlung des Patienten, die nicht nur die Symptome, sondern Körper, Geist und Seele anspreche.