CLOPPENBURG - Nur noch in der Stadt Cloppenburg und in der Gemeinde Molbergen sind weniger Kindergartenplätze an Vormittagen vorhanden als nachgefragt. Das geht aus dem aktuellen Kindergartenbedarfsplan hervor, den die Kreisverwaltung am Dienstag den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses vorgestellt hat. Demnach fehlen in Cloppenburg 79 Plätze und in Molbergen neun Plätze. In der Gesamtschau über den Landkreis ergibt sich allerdings ein Überschuss an Vormittagsplätzen von 646 (Stichtag: 1. Oktober 2010).
Einen deutlichen Überschuss an Vormittagsplätzen in Kindergärten verzeichnet etwa die Gemeinde Lastrup mit 107, die Stadt Friesoythe hat einen Überschuss von 119 Plätzen und die Gemeinde Emstek von 104.
Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die einen Kindergarten besuchen. Waren es 2009 noch 69,82 Prozent der Kinder, verzeichnet die Statistik für 2010 noch 68,66 Prozent. Damit fiel die Zahl der eine Einrichtung besuchenden Geburtsjahrgänge von 2,79 auf 2,75. Berechnungsgrundlage hierfür ist die Zahl der Geburten von 2004 bis 2007 (6959) und die Anzahl der tatsächlich belegten Plätze von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren (4778).
Deutlich wird: Auch im geburtenreichen Landkreis Cloppenburg ist der Rückgang der Geburtenzahlen in den Kindergärten zu spüren: Die Anzahl der tatsächlich belegten Plätze, die den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllen, ist von 5021 auf 4909 gefallen. Im vergangenen Jahr sind 5198 Plätze genehmigt worden, im Vorjahr waren es noch 5264. Auch die Anzahl der genehmigten Gruppen ist rückläufig: Waren es 2009 noch 231, sind es jetzt noch 226.
Zum Stichtag 1. Oktober 2010 gab es im Landkreis Cloppenburg 16 Krippengruppen mit insgesamt 253 Plätzen, davon waren 252 belegt – der Großteil davon am Vormittag. 146 dieser Kinder waren zwei Jahre alt, acht unter einem Jahr und 778 ein Jahr. 28 Anträge wurden zurückgewiesen.
Indes haben die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses weitere Zuschüsse für Krippenbauten – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag – genehmigt: So soll in Bühren der St.-Johannes-Kindergarten eine Krippengruppe erhalten, Zuschuss vom Kreis: 16 250 Euro. Am Schwedenheim in Cloppenburg wird eine Krippengruppe eingerichtet, vom Kreis mit 70 530 Euro bezuschusst. Für zwei Krippengruppen beim Kath. Kindergarten St. Josef in Cloppenburg soll der Landkreis 71 823 Euro zahlen, für zwei Krippengruppen beim Kindergarten Grüner Hof in Friesoythe insgesamt 107 550 Euro. Eine Gruppe am ev. Kindergarten St. Jona in Elisabethfehn bezuschusst der Kreis mit 73 750 Euro und eine weitere am Kath. Kindergarten St. Marien in Sedelsberg mit 69 400 Euro. Die Gemeinde Essen soll für eine Gruppe am Kindergarten Regenbogen 8215 Euro erhalten.
Das Land Niedersachsen hat bislang Fördergelder in Höhe von 3,05 Millionen Euro für 17 Krippengruppen im Kreis bewilligt, 2,3 Millionen Euro für weitere 13 Gruppen sind beantragt. Abzusehen sei bereits, so die Kreisverwaltung, dass die Landesmittel in Höhe von insgesamt 5,8 Millionen Euro nicht ausreichen werden. Wenn dieser Topf leer ist, hatte sich der Kreis bereiterklärt, weitere Bauten zu finanzieren, bedeutet: Voraussichtlich weitere 1,3 Millionen Euro muss der Landkreis aus dem Haushalt beisteuern.
