CLOPPENBURG - Vor dem Hintergrund des dramatischen Klimawandels hat der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine klare Prioritätenliste im Kampf um Flächen und Rohstoffe aufgestellt. „Zuerst kommen Naturschutz und Nahrungsmittelproduktion. Was dann noch übrig bleibt, kann für die Erzeugung erneuerbarer Energien verwendet werden“, sagte Michael Müller (SPD) am Mittwoch beim Junglandwirtetag 2008 in der Stadthalle.

Dass es sich bei Biogas um eine nicht besonders effiziente Energieform handelt, bestätigte Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Um ein Drittel eines großen Kohlekraftwerkes ersetzen zu können, brauche man 3,5 Prozent der bundesdeutschen Ackerfläche für die Erzeugung der entsprechenden Biogasanlagen-Rohstoffe.

Bezogen auf die globale Erderwärmung lieferte Müller unterdessen erschreckende Beispiele. Von 27 schneesicheren Gebieten in Deutschland werde 2050 nur noch das an der Zugspitze übrig sein. Die Acht-Millionen-Stadt Lima (Peru), die zurzeit 100 Prozent ihres Trinkwasserbedarfs aus Gletschern der Anden decke, hätte ab 2070 diese Möglichkeit nicht mehr.

Um den fortschreitenden Klimawandel (noch) aufzuhalten, sei bis 2015 eine massive Trendwende nötig, bis 2050 müssten 50 Prozent der derzeit anfallenden Treibhausgase abgebaut werden. Und das sei nicht umsonst: Klimaschutz koste künftig 0,12 Prozent des Weltsozialproduktes. Andererseits – so Müller weiter – komme Nichtstun langfristig vier- bis zehnmal so teuer.