CLOPPENBURG - Die Preise fallen: Käufer konnten bei der Zuchtviehauktion der Weser-Ems-Union (WEU) in Cloppenburg in dieser Woche melkende Rinder deutlich günstiger ersteigern als üblich. Der Durchschnittspreis lag am Ende für 211 verkaufte Färsen bei 1379 Euro und damit um rund 170 Euro niedriger als im Vormonat. Außerdem wurden zehn Deckbullen für 1075 Euro im Schnitt zugeschlagen, fünf Kuhkälber kosteten im Mittel 538, sechs Mastkälber 313 Euro.
Auf ungewohnt niedrigem Niveau pendelte sich der Durchschnittspreis für die melkenden Färsen ein. Die WEU sieht dafür mehrere Gründe: kaum Spitzenfärsen, geringe Nachfrage aus der Region durch die Getreideernte und den niedrigen Milchpreis, zu wenig gegen Blauzungenkrankheit geimpfte Tiere für Kunden aus Italien und Ungarn.
Daher waren die Käufer aus Spanien, den Niederlanden sowie Ost- und Süddeutschland wählerisch. Für beste Tiere zahlten sie dennoch hohe Preise, so dass zwei Spitzenfärsen für über 3000 und acht weitere für über 2000 Euro zugeschlagen werden konnten.
Den Tageshöchstpreis von 3700 Euro erzielte eine Fieldhouse-Tochter von Manfred Osterloh aus Habbrügge. Sie ging an einen spanischen Züchter. Der investierte noch einmal 3200 Euro für eine Ramos-Tochter von Franz Meyer aus Sierhausen. Unter den nachfolgenden Höchstgeboten taten sich besonders die Dolch-Töchter hervor, die mit ihren exzellenten Eutern und den guten Einsatzleistungen auf große Nachfrage stießen und entsprechend zu hohen Preisen zugeschlagen werden konnten.
Der Bullenmarkt war ebenfalls von eher zähem Verlauf. Hier waren die Käufer noch dünner gesät als für den Rindermarkt. Hinzu kam, dass laut WEU „die Qualität der angebotenen Tiere oft zu wünschen übrig ließ“. So erreichte der Durchschnittspreis nur 1075 Euro, und es blieben mehr als die Hälfte der Bullen ohne Gebot. Den Höchstpreis von 1400 Euro sicherte sich Enno Grashorn aus Neerstedt für einen Titanic-Sohn, der aus einer exterieur- und leistungsstarken Kuhfamilie stammt.
Auf bestem Niveau präsentierten sich die Kuhkälber. Dieter Geerken erzielte in dieser Kategorie mit zwei Amador-Töchtern mit 650 und 620 Euro die höchsten Gebote.
Die nächste Zuchtviehauktion der Weser-Ems-Union läuft am Dienstag, 19. August in Lingen. WEU im Internet:
