CLOPPENBURG - Das traurige Schicksal merkt man der grau-schwarzen Leonie nicht an. „Die Kleine ist schwer misshandelt worden“, erklärt Anke Rempe, die seit vergangenem Dienstag die Katze in ihrer Obhut hat.
Gefunden hatte die in Bethen streunende Katze ein Mann, der sich bei Anke Rempe telefonisch meldete. Zwar sei das städtische Tierheim informiert worden, doch da habe es wohl keinen Platz mehr gegeben, vermutet Rempe. Jedenfalls hat sie sich der fünf Monate alten Katze angenommen, die sich in einem erbärmlichen Zustand befunden habe.
Sehr schmerzhaft
Neben den Augenbrauen seien ihr auch die Barthaare, die als Tastorgan dienen, abgeschnitten worden. „Das ist so ziemlich das Schrecklichste und Schmerzhafteste, das man einer Katze antun kann“, sagt Anke Rempe. Die Folge sei, dass sich das Tier in der Dunkelheit nicht mehr orientieren könne. An der Rute, die für den Gleichgewichtssinn des Tieres wichtig ist, war eine große Fleischwunde zu sehen. „Der Tierarzt musste sie etwa zur Hälfte amputieren.“
Die Wunde heile sehr gut, erzählt Rempe, die in ihrer Wohnung derzeit drei Katzen ein Zuhause bietet. Erstaunlich sei, dass das Tier trotz dieser Misshandlung so zutraulich ist. Nun sucht Rempe, die in ihrer Pflegestelle an der Monikastraße höchstens fünf Katzen aufnimmt, nach dem Besitzer oder jemandem, der sich der Katze annimmt.
Privates Engagement
Rempe arbeitet zusammen mit Anja Witting, die in Friesoythe eine Tierpension und Waisenstation unterhält. „Geld verdienen wir damit nicht“, sagt die „bekloppte Katzenliebhaberin“ (O-Ton Rempe). Das Engagement sei rein privater Natur. Bezahlt werden müsse aber eine Vermittlungsgebühr, die die Kosten etwa für Entlausungen, Impfungen oder eventuelle Kastration decken müssten.
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