CLOPPENBURG - Als „skandalös“ hat die Kreisgruppe Cloppenburg des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Umgang von hiesigen Politikern und Verwaltungen mit den wachsenden Problemen des Flächen- und Naturschutzes bezeichnet.
Gleich drei Beispiele führt der BUND an – erstens: Der Barßeler Gemeinderat habe die Erweiterung des örtlichen Hobbyflugplatzes um einen Hektar mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Ausbaus begründet. Gleichzeitig versicherten alle Ratsvertreter, eine Ausweitung des störenden Flugbetriebes sei durch Vereinbarung dauerhaft ausgeschlossen, so der BUND. „Was soll man da glauben?“, schreibt BUND-Kreischef Manfred Meinsen in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung.
Zweitens: Auf einmal entdecke der CDU-Kreisverband die Problematik des Flächenverbrauchs, die in der Boomregion Weser-Ems tatsächlich besonders groß sei – hier lägen 40 Prozent der täglich in Niedersachsen verbauten Fläche von 125 000 Quadratmetern. „Doch die CDU bedauert nicht die verbaute Fläche, sondern die bescheidenen Ausgleichsflächen für den Naturschutz, die für die Betonierung als Kompensation dienen sollen. Hier soll mit Geld kompensiert werden.“
Drittens: Auch das umstrittene Soeste-Carré hat der Bund im Blick. „Eine Investorengruppe aus Vechta möchte in Cloppenburg einen neuen Einkaufstempel bauen. Und damit die Rechnung in der Stadt, die nicht gerade mit Einkaufsmöglichkeiten unterversorgt ist, aufgeht, soll er durch relative Nähe zur Fußgängerzone und seine besondere Größe so attraktiv gemacht werden, damit Käuferschichten aus anderen Teilen der Stadt abgezogen werden können“, schreibt der BUND.
Nun zeige es sich, dass ein derartig großes Projekt in der Innenstadt sich nicht ohne weiteres realisieren lasse. Die Blicke der Investoren richteten sich auf ein innenstadtnahes Natur- und Erholungsgebiet, das Hochwasserschutzgebiet an der Soeste, das vor einigen Jahren vor einer etwas zu brachialen Gewässersanierung gerade noch habe bewahrt werden können.
Nachdem der Kreis eine Ausnahmegenehmigung für den Bau des Centers in einem Überflutungsgebiet erteilt habe, müsse sich der Bürger fragen: „Wie groß oder wie teuer muss ein überflüssiges Bauprojekt denn sein, um eine Ausnahmegenehmigung für einen derartig schützenswerten Bereich zu bekommen?“ Der BUND werde alles tun, das „Soeste-Carré zu verhindern.
